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Coronavirus: US-Häftlinge dürfen 14 Tage ihre Zellen nicht verlassen

146.000 Insassen : US-Häftlinge dürfen 14 Tage ihre Zellen nicht verlassen

In Lousiana sind drei Insassen am Coronavirus gestorben. Damit sich die Epidemie in den anderen Gefängnissen des Landes nicht auch ausbreitet, wurden jetzt strenge Maßnahmen verhängt. Die Häftlinge dürfen ihre Zellen für zwei Wochen nicht verlassen.

Die US-Gefängnisbehörde sperrt alle 146.000 Häftlinge in Bundesgefängnissen für 14 Tage in ihre Zellen ein. Dieser komplette landesweite „Lockdown“ solle helfen, eine Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern, das bereits in einer Haftanstalt in Louisiana um sich gegriffen hat, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die Gefangenen dürfen ihre Zellen in dieser Zeit nicht verlassen, nach Möglichkeit sollen sie aber weiter psychologisch betreut werden und Weiterbildungen erhalten.

Im Gefängnis in Oakdale in Louisiana sind drei Insassen gestorben und Dutzende weitere sind erkrankt oder in Isolation. Die Lage sei so schlimm, dass die örtliche Gesundheitsbehörde dazu geraten habe, Häftlinge gar nicht mehr auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 zu testen, weil man davon ausgehen müsse, dass jene mit Symptomen ohnehin infiziert seien, erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus informierten Kreisen. Ein Sprecher des Louisiana Department of Health stritt das ab. Man habe nur zur Isolation von Häftlingen mit Symptomen geraten. Mindestens 13 Wärter wurden ebenfalls positiv auf das Virus getestet.

Die Todesfälle in Oakdale sind bisher die einzigen in einem der 122 Bundesgefängnisse, es gibt in den USA aber auch Haftanstalten unter Verwaltung der einzelnen Staaten oder Kommunen, in denen ebenfalls Häftlinge nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind.

(ala/dpa)