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Coronavirus: Spahn hält Mundschutz-Pflicht für nicht erforderlich

„In der jetzigen Lage“ : Spahn und Laschet halten Mundschutz-Pflicht für nicht erforderlich

In Österreich ist sie bereits eingeführt, in Jena wird sie kommen: Die Mundschutz-Pflicht. In ganz Deutschland wird es sie jedoch zunächst nicht geben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach sich am Dienstag dagegen aus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält eine Mundschutz-Pflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie derzeit für nicht erforderlich. „In der jetzigen Lage sehe ich keinerlei Notwendigkeit zu einer Verpflichtung“, sagte Spahn am Dienstag in Düsseldorf. In der Bevölkerung sehe er eine große Bereitschaft, Masken zu tragen und dadurch andere vor einer Ansteckung zu schützen. Dies sei ein „gutes Signal“ und ein Zeichen für „Solidarität“.

Laschet nannte Spahns Äußerungen „treffend“. Man sei jetzt prioritär damit beschäftigt, Masken für den medizinischen Bereich zu beschaffen. „Und wenn es sich gesellschaftlich entwickelt, dass jeder den anderen auch schützen will, dann ist das in Ordnung. Eine Pflicht sehe ich nicht.“

Spahn hob hervor, dass die Bürger zwischen zwei Arten von Masken unterscheiden müssten. Zum einen gebe es medizinische Masken, die wirksam vor einer Ansteckung schützen; diese sollten dem medizinischen Personal vorbehalten sein.

Dann gebe es noch andere Masken - etwa selbst genähte Stoffmasken -, die nicht vor einer eigenen Ansteckung bewahren, die aber andere Menschen vor einer Ansteckung durch den Träger schützen könnten. Das Tragen einer solche Maske könne „einen Unterschied machen, um andere vor einer Infektion zu schützen“, sagte der Minister.

In der Debatte um eine Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Krise waren einzelne Kommunen vorgeprescht. Im thüringischen Jena soll ab kommender Woche das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Supermärkten und im Nahverkehr zur Pflicht werden. Gleiches plant der Landkreis Nordhausen in Thüringen. Auch das hessische Hanau rief seine Bürger zur Verwendung einfacher Schutzmasken auf.

Spahn sprach sich bei dem Besuch in Düsseldorf dafür aus, die Produktion medizinischer Schutzmasken in Deutschland zu fördern. Er sei mit dem Bundesfinanzministerium im Gespräch, um entsprechende Anreize für deutsche Unternehmen zu setzen.

Derzeit gebe es beim Bezug von Schutzmasken eine "starke Abhängigkeit von einem anderen Land", sagte er mit Verweis auf China. „Das ist etwas, das mittel- und langfristig nicht so bleiben kann und sollte“, sagte Spahn. Es gehe darum, eine „stärkere Unabhängigkeit über eine Produktion im eigenen Land“ zu bekommen.

(AFP)