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Coronavirus: Regierungen und Experten fordern kostenlose Impfung

Gegen das Virus : Regierungen und Experten fordern kostenlose Corona-Impfung

Mehr als 140 führende Regierungspolitiker und Experten aus aller Welt haben eine kostenlose Behandlung und Impfung gegen das Coronavirus für alle Menschen verlangt. Pharmafirmen sollen Medikamente für alle Menschen bereitstellen.

Die Medikamente müssten in jedem Land gerecht verteilt werden, heißt es in einem Aufruf, den das Hilfsprogramm Unaids am Donnerstag in Genf veröffentlichte. Zudem müssten die Medikamente in großen Mengen und ohne Patentschutz hergestellt werden.

Zu den Unterzeichnern gehören der Präsident von Südafrika und Vorsitzende der Afrikanischen Union, Cyril Ramaphosa, der Premierminister von Pakistan, Imran Khan, und der US-amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Der Appell wurde kurz vor der Jahresversammlung der 194 Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht, die Anfang nächster Woche online stattfinden soll.

Der Nothilfechef der WHO, Mike Ryan, betonte, dass ein Impfstoff die einzige Hoffnung sei, um das Corona-Virus zu eliminieren. Es bestehe durchaus die Gefahr, dass der Erreger endemisch werde und die Welt nicht mehr verlassen werde.

Die Beschaffung und Verteilung eines Corona-Impfstoffes an die ärmsten Menschen der Welt kostet laut Oxfam weniger als die zehn größten Pharmakonzerne in vier Monaten verdienen. Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation betonte, dass der Wettlauf um einen Impfstoff und das Tauziehen um dessen Verfügbarkeit in vollem Gange seien. Oxfam warnte, dass reiche Länder und Pharmaunternehmen schutzbedürftige Menschen, insbesondere in Entwicklungsländern, vom Zugang zu Impfstoffen und Medikamenten ausschließen könnten.

Laut Oxfam wollten insbesondere die USA unter Präsident Donald Trump „den Patentschutz und die Gewinninteressen der Pharmaindustrie betonen“. Gemäß Medienberichten spielen Firmen wie Sanofi mit dem Gedanken, die USA bevorzugt mit einem Impfstoff zu beliefern.

Patentrechte erlauben nach Angaben von Oxfam den Pharmaunternehmen, hohe Preise für Medikamente und Impfstoffe zu verlangen. „Für die meisten Menschen in armen Ländern sind sie deshalb nicht verfügbar, dabei könnte damit Millionen Menschen das Leben gerettet werden“, warnt Oxfam. Täglich sterben laut Oxfam „2.000 Kinder unter fünf Jahren an Lungenentzündung, obwohl es seit fast zwanzig Jahren einen patentierten Impfstoff der Pharmakonzerne Pfizer und GlaxoSmithKline gibt“.

(mkoe/epd)