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Coronavirus: Regierung rechnet mit über zwei Millionen Kurzarbeitern

Corona-Krise : Regierung rechnet mit über zwei Millionen Kurzarbeitern

Per Verordnung werden mit einer vor kurzem beschlossenen Regelung die Hürden gesenkt, so dass Unternehmen bereits Kurzarbeit anmelden können, wenn zehn Prozent der Belegschaft von Arbeitsausfällen betroffen sind. Die Regierung rechnet mit Millionen Kurzarbeitern.

Die Bundesregierung rechnet in der Virus-Krise mit einer noch nie dagewesenen Zahl von über zwei Millionen Kurzarbeitern. Allein aus konjunkturellen Gründen werden voraussichtlich 2,15 Millionen Beschäftigte auf Kurzarbeitergeld angewiesen sein, wie aus einem Verordnungsentwurf des Arbeitsministeriums hervorgeht, der am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Zudem sei im Dezember mit weiteren 200.000 Beschäftigten zu rechnen, die aus saisonalen Grünen Kurzarbeitergeld erhielten. Die Mehrausgaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) werden auf rund zehn Milliarden Euro beziffert. Die Behörde verfügt derzeit über Reserven von rund 26 Milliarden Euro.

Die höchste Zahl an Kurzarbeitern hatte es bisher in der Krise 2009 mit rund 1,4 Millionen gegeben. Mit der Verordnung setzt die Regierung die vereinbarten Erleichterungen bei der Kurzarbeit um, mit denen sie die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise für Betriebe und Beschäftigte abfedern will. Künftig können Betriebe bereits Kurzarbeit anmelden, wenn ein Zehntel der Beschäftigten betroffen ist. Zudem übernimmt die BA neben dem Kurzarbeitergeld auch die Sozialbeiträge, die von den Unternehmen bislang auch für Kurzarbeit zu entrichten sind.

Die Verordnung soll am Montag vom Kabinett beschlossen werden. Die Regierung geht laut Entwurf davon aus, dass diese neuen Regeln die Zahl der Berechtigten für Kurzarbeitergeld um etwa 1,15 Millionen erhöht. Nach geltendem Recht ohne diese Erleichterungen seien etwa eine Million Kurzarbeiter zu erwarten gewesen.

(ala/Reuters)