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Coronavirus: Mexikos Präsident schüttelt Mutter von „El Chapo“ die Hand

Trotz Corona-Pandemie : Mexikos Präsident schüttelt Mutter von „El Chapo“ die Hand

Im vergangenen Juli wurde der mexikanische Drogenboss „El Chapo“ in New York zu lebenslanger Haft verurteilt. Seiner Mutter hat der Präsident von Mexiko nun die Hand geschüttelt. Kritiker werfen ihm immer wieder vor, das Coronavirs nicht ernst zu nehmen.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hat mit einem Handschlag mit der Mutter des früheren Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán für Aufsehen gesorgt. Sie sei eine 92 Jahre alte Frau und habe - unabhängig von der Identität ihres Sohnes - Respekt verdient, erklärte López Obrador am Montag vor Journalisten.

Er war am Wochenende im nordwestlichen Bundesstaat Sinaloa - der Heimat von Guzmán - unterwegs gewesen. Am Rande seines Besuchs eines Straßenbaus wurde der Präsident am Sonntag dabei gefilmt, wie er auf ein Auto zuging und der Frau im Beifahrersitz die Hand schüttelte. „Ich habe deinen Brief bekommen“, hört man ihn sagen. Hintergrund ist das Gesuch der Frau, ihren Sohn im Gefängnis in den USA besuchen zu dürfen, wie López Obrador erklärte.

Auf die Frage, ob es vernünftig sei, in Zeiten der sozialen Distanz wegen der Corona-Pandemie einer Seniorin die Hand zu schütteln, antwortete er: Es nicht zu tun, wäre respektlos gewesen. „Ich bin kein Roboter, ich habe Gefühle.“

„El Chapo“ Guzmán wurde im vergangenen Juli in New York unter anderem wegen Drogenschmuggels zu lebenslanger Haft verurteilt. Der 62-Jährige war in Mexiko gefasst und Anfang 2017 in die Vereinigten Staaten ausgeliefert worden. Seine Söhne gelten als neue Bosse seines Sinaloa-Kartells. Soldaten nahmen einen von ihnen, Ovidio „El Ratón“ (Die Maus) Guzmán, im Oktober fest, ließen ihn aber wegen gewaltsamen Widerstands des Kartells gleich wieder laufen.

In den vergangenen Wochen hatten Kritiker López Obrador immer wieder vorgeworfen, die Coronavirus-Pandemie nicht ernst genug zu nehmen. Der Staats- und Regierungschef reiste weiter durchs Land, schüttelte Hände, umarmte Anhänger und küsste Kinder. Vor gut einer Woche sagte er noch, wer es sich leisten könne, solle weiterhin seine Familie zum Essen ausführen.

(ala/dpa)