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Coronavirus in NRW-Pflegeheimen: 48 Tote, fast 300 infizierte Mitarbeiter

Zahl der Infizierten steigt : 48 Corona-Tote in NRW-Pflegeheimen - fast 300 infizierte Mitarbeiter

Die Zahl der Corona-Infizierten in nordrhein-westfälischen Pflegeheimen ist auf 354 Bewohner angestiegen. Das Gesundheitsministerium registrierte bis Donnerstag einen deutlichen Anstieg der Todesfälle.

Die Zahl der Verstorbenen mit Corona-Infektion in nordrhein-westfälischen Pflegeheimen ist mit 48 nach oben korrigiert worden. Der deutliche Anstieg gegenüber dem Vortag sei darauf zurückzuführen, dass Todesfälle aus den vergangenen Tagen nachgemeldet worden seien, die keinem konkreten Datum zugeordnet werden konnten, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Mit Stand von Mittwochabend seien in 57 stationären Pflegeheimen insgesamt 354 Bewohner positiv auf das Virus getestet worden (Vortag: 316). Wie hoch die Zahl derer ist, die eine Infektion überstanden haben, ist unbekannt. Auch die Zahl der registrierten Corona-Infizierten Mitarbeiterinnen von insgesamt inzwischen 110 Einrichtungen ist leicht auf 284 gestiegen (Vortag: 266).

Eine hohe Zahl von Todesfällen in einer einzelnen Einrichtung gab es beispielsweise in Köln: Im Marternus Seniorencentrum sind inzwischen sechs Menschen nach einer Corona-Infektion verstorben, wie die Cura-Unternehmensgruppe am Donnerstag mitteilte. Fünf weitere Infizierte von dort befinden sich im Krankenhaus. In Bochum waren aus einer Einrichtung der Awo fünf Infizierte verstorben.

Experten sorgen sich in der Corona-Krise besonders um die Situation in Alten- und Pflegeheimen: Die hochbetagten und häufig vorerkrankten Menschen sind besonders gefährdet, dass die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt. Das Zusammenleben unter einem Dach begünstigt zudem eine Ansteckung. Viele Heime und Träger klagen zudem seit Wochen über ungenügende Ausstattung mit Schutzkleidung, Mundschutzen und Desinfektionsmitteln.

In der überwiegenden Zahl der 2800 stationären Pflegeheime scheinen die Vorsichtsmaßnahmen wie etwa das geltende Besuchsverbot aber bislang zu wirken. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes leben dort rund 191 800 Pflegebedürftige (Letzte Erhebung Dezember 2017). 175 900 Menschen seien dort beschäftigt.

(top/eh/dpa)