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Coronavirus in NRW: Fragen und Antworten zu aktuellen Zahlen und Daten

Zahlen von NRW : Fragen und Antworten zu unseren Corona-Daten

Seit Anfang März veröffentlicht RP ONLINE täglich Daten zur Corona-Krise mit besonderem Fokus auf NRW. Dazu erreichen uns täglich Fragen. Die häufigsten beantworten wir hier.

Unser Daten-Artikel mit Grafiken und interaktiver Karte zur Coronavirus-Verbreitung in NRW gehört zu den meistaufgerufenen Artikeln in der Geschichte von RP ONLINE. Im Laufe der Zeit sind einige Fragen rund um die Daten und ihre Darstellung immer wieder aufgetaucht – deshalb wollen wir an dieser Stelle einen kurzen Einblick geben, wie die Redaktion mit den Fallzahlen zur Coronavirus-Infektion in NRW umgeht.

Woher kommen die Daten?

Das NRW-Gesundheitsministerium war bis zum 20. April die zentrale Erfassungsstelle für alle Fallzahlen in unserem Bundesland. Bis dahin liefen dort die Meldungen über Infizierungen und Todesfälle aus allen Gesundheitsämtern in NRW zusammen. Die Zahlen wurden zweimal täglich aktualisiert.
Seit dem 20. April hat das Ministerium diese Meldungen umgestellt. Seither werden nur einmal täglich Daten veröffentlicht, die zuvor bereits durch das Robert-Koch-Institut veröffentlicht wurden. Dort laufen die Meldungen aus allen 16 Bundesländern zusammen. Um eine weiterhin einheitliche, offizielle Datenquelle zu nutzen, hat auch RP ONLINE seine Daten auf die Datenbank des Robert-Koch-Insituts umgestellt.

Welche Folgen hat diese Umstellung?

Zunächst mal positive: Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht deutlich mehr Informationen über die einzelen Fälle als das Ministerium. So können wir nun auch Statistiken über die Verteilung der Fälle auf Geschlechter und Altersgruppen führen. Außerdem können wir auch sagen, wann ein Fall beim örtlichen Gesundheitsamt gemeldet wurde - bislang konnten wir lediglich das Datum der Veröffentlichung durch das Gesundheitsministerium heranziehen.
Allerdings gibt es durch die Umstellung auch eine Einschränkung. Das RKI veröffentlicht seine Daten nur einmal pro Tag, in der Regel um 0 Uhr in der Nacht, dann werden die ersten Meldungen für den gerade beendeten Tag veröffentlicht und Meldungen von den vorherigen Tagen ergänzt. Somit kann es zu Verzögerungen von bis zu 48 Stunden zwischen den bekannten Daten vor Ort und den Veröffentlichungen durch das RKI geben.

Welche Daten sind überhaupt verfügbar?

Das RKI veröffentlicht neben den bereits erwähnten Infizierungen und Todesfällen auch die Zahl der genesenen Infizierten. Allerdings sind diese Zahlen nicht Meldepflichtig, weshalb ein einheitlicher Datenstand nicht garantiert werden kann. Außerdem werden die Zahlen teilweise geschätzt. Als genesen gilt laut Robert-Koch-Institut, wer 14 Tage nach Ausbruch der Krankheit seit mindestens zwei Tagen ohne Sympthome ist.

Wieso weichen diese Daten von den aktuellen örtlichen Meldungen und Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) ab?

Das liegt an den Meldewegen, die das Infektionsschutzgesetz vorsieht. So werden die bestätigten Infektionen vor Ort erfasst und an das Gesundheitsministerium sowie ans Robert-Koch-Institut weitergeleitet. Sprich: Die Gesundheitsämter der Städte und Kreise veröffentlichen ihre jeweiligen Daten bereits, bevor das Ministerium und das RKI diese erhalten. So kann es zu - mitunter deutlichen - Verzögerungen und unterschiedlichen Angaben kommen.

Wieso nutzt RP ONLINE dann nicht die aktuellen Zahlen der lokalen Gesundheitsämter?

In Nordrhein-Westfalen gibt es 53 Kreise und kreisfreie Städte, jeweils mit eigenem Gesundheitsamt und individueller Art und Weise, die Corona-Fallzahlen zu veröffentlichen. Für aussagekräftige Visualisierungen mitsamt zurückliegender Werte brauchen wir einheitliche, konstant zugängliche Daten – diese liefert das Robert-Koch-Institut.

Wie ist die Lage in den Krankenhäusern in NRW?

Das lässt sich vor allem anhand der Situation auf den Intensivstationen sagen: Wo stehen noch Betten für welche Form der Intensivversorgung zur Verfügung? Wo können Patienten künstlich beatmet oder sogar an eine Lungenmaschine angeschlossen werden? Die „Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ hat eine Datenbank aufgebaut, in die Krankenhäuser täglich über die Situation auf ihren Stationen berichten. Aktuell nehmen weit über 1000 Krankenhäuser in Deutschland regelmäßig teil, darunter auch knapp 300 Häuser aus NRW. RP ONLINE ruft diese Daten ab, analysiert und visualisiert sie. Die stets aktuelle Lage finden Sie hier.

Wieso erfahre ich in den Daten nichts über die Zahl der dafür durchgeführten Tests? Wie hoch ist die Dunkelziffer?

Auch diese Daten werden bislang nirgendwo zentral erfasst und nur in einigen wenigen Komunen überhaupt veröffentlicht. Daher rechnen Experten in Deutschland - wie auch in nahezu allen Länder der Welt - mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. Zumal davon auszugehen ist, dass die Krankheit bei einem Teil der Erkrankten milde verläuft und diese Menschen überhaupt nicht auf das Coronavirus gestetet wurden. Die veröffentlichten Daten sind daher als Näherungswerte zu verstehen und erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Die Grafiken sollen einen Eindruck vermitteln, wie sich die Situation in NRW, Deutschland und der Welt entwickelt.

Es gibt auf RP ONLINE also auch Daten zum Coronavirus außerhalb von Nordrhein-Westfalen?

Ja. An dieser Stelle finden Sie aktuelle Daten über bestätigte Fallzahlen, Verdopplungszeiträume, Gesundungen, Todesfälle und Entwicklungen für alle 16 deutschen Bundesländer und 168 Länder dieser Welt. Die Daten für Deutschland kommen vom Robert-Koch-Institut, die weltweiten Daten werden von der der Johns-Hopkins-University gesammelt.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich einen Fehler in der Darstellung entdeckt habe?

In diesem Fall können Sie uns jederzeit eine E-Mail in die Redaktion schicken.

Welche Visualisierungen zur Coronavirus-Pandemie gibt es sonst und dienten RP ONLINE als Inspiration?

Insbesondere die Grafiken und Karten von Zeit Online, des Berliner Tagesspiegels und der Funke Mediengruppe sind zu empfehlen.