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Coronavirus: "Desaster" in Villingen-Schwenningen - Kinderklinig geschlossen

„Desaster“ in Kinderklinik : Mann verschweigt Aufenthalt in Heinsberg - mehr als 200 Menschen müssen in Quarantäne

Die Notlüge eines Vaters hat in der Corona-Krise zur Schließung einer Klinik für schwer kranke Kinder geführt. Der Vorfall ereignete sich in Baden-Württemberg.

Weil ein inzwischen positiv auf Corona getesteter Vater einen Aufenthalt im Risikogebiet Heinsberg verschwiegen hat, musste jetzt die Nachsorgeklinik Tannheim für schwer kranke Kinder in Villingen-Schwenningen schließen. Wie die beiden Geschäftsführer am Mittwoch mitteilten, wurde deshalb am Vortag die gesamte Klinik geräumt. 60 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien mussten den Aufenthalt im Schwarzwald abbrechen. Auch 160 Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt.

„Patienten, Begleitpersonen und Mitarbeiter werden für 14 Tage häuslich isoliert“, heißt es auf der Homepage der Klinik. Die Familie des Vaters aus Nordrhein-Westfalen sei eine gute Woche mit anderen Familien zusammengewesen. Bisher gebe es aber keine weiteren bestätigten Fälle, so die Klinikleitung. Sie spricht von einem „Desaster“, das der Vater hätte verhindern müssen, und hofft, dass die Klinik am 6. April wieder den Betrieb aufnehmen kann.

Der Mann habe den Aufenthalt im Risikogebiet im Anmeldebogen wohl verschwiegen, um die Reha für sein Kind nicht zu gefährden. Der Kreis Heinsberg gilt in der Coronakrise deutschlandweit als am stärksten betroffener Landkreis. Am Montag war von einem Labor bestätigt worden, dass der Mann an Covid-19 erkrankt ist. Zuerst hatte der „Schwarzwälder Bote“ darüber berichtet.

(mba/dpa)