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Coronavirus: Beschränkungen für Corona-Hotspots vereinbart

Kampf gegen die Pandemie : Merkel und Bürgermeister vereinbaren Beschränkungen für Corona-Hotspots

Die Bürgermeister von elf deutschen Großstädten und Kanzlerin Merkel haben neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie beschlossen. So soll es in Corona-Hotspots neue Kontaktbeschränkungen geben, gegebenenfalls auch eine Sperrstunde. Ein Überblick über die neuen Regelungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Bürgermeister von elf deutschen Großstädten haben sich auf Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verständigt. Wenn die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen über 50 pro 100.000 Einwohner steigt, gibt es neue Einschränkungen, heißt es in einem am Freitag vorgelegten Beschlusspapier.

Die Beschlüsse im Einzelnen:

  • Maskenpflicht Wenn im öffentlichen Raum der Abstand nicht eingehalten werden kann, gilt auch hier eine Pflicht für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Zum Beispiel in Fußgängerzonen und auf belebten Plätzen.
  • Kontaktbeschränkungen Auch werden wieder Kontaktbeschränkungen eingeführt. In Köln gilt das schon ab Samstag, dort dürfen sich dann nur fünf Personen aus verschiedenen Haushalten treffen.
  • Alkoholverbote Die Städte können eine Sperrstunde für den Verzehr von Alkohol im öffentlichen Raum beschließen. Auch hier handelte ebenfalls Köln, ab 22 Uhr darf dort ab Samstag kein Alkohol mehr in der Öffentlichkeit getrunken werden.
  • Entlastung für bessere Kontrolle Damit die Ordnungsämter die Maßnahnmen besser kontrollieren, sollen die Großstädte diese entlasten. Dabei können auch Länderpolizei und die Bundespolizei helfen. Das gilt auch für die Gesundheitsämter. Sind die bei der Nachverfolgung der Kontakte überfordert, sollen Bund und Land helfen.
  • Experten Schon ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner schickt der Robert-Koch-Institut Experten in die jeweiligen Städte. Auch die Bundeswehr sendet Experten aus.
  • Schutzmaßnahmen in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen sollen an die Infektionszahlen angepasst werden. Der Bund stellt sicher, dass die Kosten von regelmäßigen Schnelltests von Bewohnern, Patienten, Besuchern und Personal übernommen werden.

Wird der Anstieg der Infektionszahlen durch diese Maßnahmen nicht innerhalb von zehn Tagen ausgebremst, sind weitere Beschränkungsschritte geplant, um öffentliche Kontakte zu reduzieren.

Merkel sprach die Relevanz der Großstädte an. An der Entwicklung in den Ballungsräumen zeige sich, „ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet“, sagte Merkel am Freitag in Berlin nach einer Videokonferenz mit Spitzenvertretern der elf größten Städte.Diese Tage und Wochen seien entscheidend dafür, wie Deutschland im Winter dastehe. Ziel müsse sein, die Zahlen in einem Bereich zu halten, in dem möglichst jede einzelne Infektion nachverfolgt und jeder Kontakt erreicht und gewarnt werden könne. Merkel warb um Verständnis für Beschränkungen wie Sperrstunden und Alkoholverbote, die die Gastronomie hart treffen. Oberstes Ziel sei aber, das öffentliche Leben wenn irgend möglich nicht nochmals so weitgehend herunterzufahren, wie dies im Frühjahr notwendig gewesen sei.

(sed/AFP/dpa)