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Coronakrise: Deutlich mehr Anrufe bei Familien-Sorgentelefonen

Kinder- und Jugendschutz : Deutlich mehr Anrufe bei Familien-Sorgentelefonen

Die Kontaktsperre und Ausgangsbeschränkungen bedeuten für viele Familien eine Herausforderung. Anrufe beim Sorgentelefon für Familien und Kinder haben deutlich zugenommen. Bundesfamilienministerin Giffey warnt vor einem Anstieg häuslicher Gewalt.

Die Anrufe bei Sorgentelefonen für Familien, Kinder und Jugendliche haben laut Bundesfamilienministerium deutlich zugenommen. „Beim Elterntelefon der 'Nummer gegen Kummer' unter der Rufnummer 0800 111 0550 gibt es aktuell einen Anstieg von 21 Prozent gegenüber den Vormonaten; bei der Chat-Beratung für Kinder und Jugendliche liegt der Anstieg bei 26 Prozent“, teilte das Ministerium am Dienstag in Berlin mit. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) stehe deshalb im intensiven Austausch mit den Jugend- und Familienministern der Länder, um Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise abzustimmen.

Kontaktbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Ausbreitung seien für viele Familien eine enorme Herausforderung. Druck, Existenzängste und Konflikte könnten besondere in bereits belasteten Familien in Gewalt gegen Kinder und Jugendliche münden. „Bund, Länder und Kommunen müssen jetzt alles tun, damit Kinder und Jugendliche auch während der Corona-Krise vor Missbrauch und Gewalt geschützt sind“, betonte Giffey. „Kinder- und Jugendschutz ist Gesundheits- und Lebensschutz.“

Gemeinsam mit den Länderkollegen berate sie über flexible Lösungen für einen funktionierenden Kinderschutz, etwa konkrete Maßnahmen zur Durchführung ambulanter Hilfen und die Stärkung der Online- und Telefonberatungsangebote, so Giffey. Deshalb seien die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe „systemrelevant“. Sie bräuchten für ihre Kinder eine Notbetreuung in Kitas und Schulen.

Auch Einrichtungen und Dienste der Kinder- und Jugendhilfe, die Kindeswohl sichern, müssten ihre Arbeit weiterführen. Das gelte ebenso für ambulante Hilfen, sofern es um die Abwehr von Kindeswohlgefährdungen gehe. Dabei sei wesentlich, „dass auch die freien Träger weiterhin ihre für den Kinderschutz relevanten Leistungen erbringen und den Betrieb ihrer Einrichtungen aufrechterhalten“.

(ala/kna)