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#CoronaEltern: Verzweifelte Eltern fordern Hilfe in sozialen Netzwerken

Hilfeschrei im Netz : „Was machen eigentlich Eltern, die nicht mehr können?“

Homeoffice und Kinderbetreuung – ein schwieriger Spagat, für viele beinahe unmöglich. Warum das so ist, erzählen Eltern derzeit unter dem Hashtag #CoronaEltern in den sozialen Medien. Viele fühlen sich von der Politik alleine gelassen und fordern mehr Unterstützung.

„Es macht mich wütend, dass so getan wird, als wäre es ein Leichtes ein Kind wochenlang zu isolieren“, schreibt eine Instagram-Nutzerin. „Ich bin erschöpft. Ich bin isoliert und werde es lange Zeit bleiben. Ich bin Mutter, Lehrerin, Haushälterin, Ansprechpartnerin, Ehefrau, Ersatz für Spielkamerad*innen, Autorin, Erzieherin, Krankenschwester und so vieles mehr zur Zeit“, postet eine andere auf Twitter. Viele Eltern können nicht mehr, rufen nach Hilfe, vor allem aber rufen sie nach politischen Maßnahmen. Viele fühlen sich vergessen, ignoriert und übersehen. Unverständnis herrscht zudem für die kürzlich von der Regierung beschlossenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen, die Regelungen für den Anspruch auf Kinder-Notbetreuung oder die Entscheidung, Kindertageseinrichtungen bis August geschlossen zu halten.

Die Welle an Entrüstung im Netz, zu der mittlerweile auch Petitionen und Facebookgruppen gehören, hat Mareice Kaiser, Chefredakteurin des Online-Magazins „Edition F“, ins Rollen gebracht. „Was machen eigentlich Eltern, die nicht mehr können?“, fragte die 38-jährige Journalistin am Montagabend bei Twitter. Zahlreiche betroffene Eltern reagierten, beschreiben seither unter Hashtags wie #CoronaEltern oder #ElterninderKrise ihre – teilweise erschreckenden – Erlebnisse als Mütter, Väter oder Alleinerziehende im Corona-Alltag.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr"><a href="https://twitter.com/hashtag/CoronaEltern?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#CoronaEltern</a><br>Es ist 19:30 Uhr und ich habe heute erst 4 Std. arbeiten können. Werde also noch bis in die Nacht hier sitzen.<br>Vorher war ich Vater, Lehrer, Unterhaltungskünstler, Koch, Reinigungskraft und ab dem Mittag fertig!<br>Nebenbei schreibe ich mit Kollegen, die ...</p>&mdash; papajahre (@papajahre) <a href="https://twitter.com/papajahre/status/1252290661400838144?ref_src=twsrc%5Etfw">April 20, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Lesen Sie hier eine Auswahl der Postings.

Reaktionen aus der Politik sind zaghaft. Einzig Bundesfamilienministerin Franziska Giffey äußert sich zum Thema: Sie will die Notbetreuung in Kitas ausweiten und mahnte am Dienstag eine gesellschaftliche Debatte über die Öffnung von Kindertageseinrichtungen und Spielplätzen an. „Wir haben 3,5 Millionen Kita-Kinder in Deutschland, und hier müssen Lösungen gefunden werden, die zumindest eine Teilentlastung der Eltern ermöglichen – in kleinen Gruppen, in zeitlich begrenzten Betreuungsmöglichkeiten. Darüber wird jetzt die AG Kita aus Bund, Ländern und Expertinnen und Experten in dieser Woche beraten“, sagte Giffey am Dienstag dem Inforadio „rbb“.