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Corona-Symptome bei Kindern: Worauf sollten Eltern achten?

Corona-Pandemie : Diese Covid-Symptome treten bei Kindern auf

Kinder erkranken in der Regel kaum oder nur leicht an einer Corona-Infektion. Trotzdem sollten Eltern bei der Genesung ihrer Sprösslinge einige wichtige Dinge beachten.

Ist in der Corona-Pandemie nichts mal einfach? Kann der Blick in die Kristallkugel nicht endlich erfreulich ausfallen, sogar für das personifizierte Orakel Karl Lauterbach? Muss man in diesen Tagen wirklich fürchten, dass nach Omikron eine weitere Variante kommt, die noch ansteckender und mindestens so gefährlich wie Delta ist? Oder sollte man das mal hintanstellen und auf den ersehnten Übergang von der Pan- in die Endemie hoffen?

Wie wir wissen, wissen wir nichts. Es gibt allerdings eine große Konstante im Schubfach des Beruhigenden – dass nämlich Kinder in der Regel nicht schwer erkranken, wenn sie sich mit Sars-CoV-2 infizieren. Möglicherweise sind diese Infektionen, die auch bei geimpften Kindern registriert werden, sogar ein wichtiger Faktor für eine Grundimmunität der Bevölkerung. 

Sofern Kinder nicht asymptomatisch infiziert, aber möglicherweise trotzdem für andere infektiös sind, steht bei ihnen Fieber sehr oft im Vordergrund – und zwar bei Kindern unter zehn Jahren häufiger als bei älteren Kindern und Jugendlichen. Ein weiteres zentrales Leitsymptom ist Husten, mit und ohne Schnupfen. Bei den älteren Kindern äußert sich die Infektion zudem mit Kopf- und Gliederschmerzen.

Gar nicht selten ist eine Beteiligung des Magen-Darm-Traktes, die sich mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall zeigt. Seit die Omikron-Variante auf dem Vormarsch ist, gibt es auch mehr Fälle von Appetitlosigkeit, dagegen weniger Störungen des Schmeckens und Riechens.

Also für Eltern nur wenig Grund zu Panik, wenn gleich eine halbe Schulklasse Corona-Alarm anzeigt und die Kinder sich wirklich malad fühlen. Trotzdem ist es wichtig zu wissen: In seltenen Fällen kann es bei Kindern zum Übergang in eine schwere Covid-Phase kommen. Dann liegt aber fast immer eine relevante Grunderkrankung vor – etwa Lungenprobleme, Diabetes, Herzfehler, ein geschwächtes Immunsystem, genetische Störungen oder starkes Übergewicht. Auch die medikamentöse Therapie einer anderen Krankheit, die das Immunsystem schwächt, kann einen schweren Verlauf begünstigen.

Unter Kinderärzten besteht Einigkeit: Wenn es bei einem Kind mehrere eindeutige Krankheitszeichen wie hohes Fieber, Husten, auffällige Hals- oder Ohrenschmerzen, starke Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder unklaren Hautausschlag gibt und die Eltern im Zweifel sind, was sie tun sollen, dann sollte ein Arzt konsultiert werden. Ebenso wichtig aber auch: Wenn Kinder eine Covid-19-Infektion mit schwererem Krankheitsgefühl überwunden haben, sollten sie sich trotzdem noch einige Tage schonen, vor allem was Sport betrifft. Die American Academy of Pediatrics wies vor einiger Zeit sogar darauf hin, dass einige Kinder nach einer Covid-19-Erkrankung möglicherweise ein EKG benötigen, bevor sie wieder Sport treiben. Tatsächlich gibt es Hinweise, dass eine Sars-CoV-2-Infektion das Herz etwa durch eine Myokarditis schädigen kann – auch bei Kindern und Jugendlichen. Und zwar auch dann, wenn nach der Genesung zu früh wieder mit dem Sport begonnen wurde.

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Warum Kinder oft nur sehr leicht erkranken, ist Gegenstand einer Charité-Studie. Die Forscher sagen, dass Kinder ein deutlich aktiveres Immunsystem haben, sogar eine starke antivirale Immunität der Atemwege. Das hat vor allem bei den Alpha- und Delta-Varianten eine wichtige Barriere gesetzt. Wie sich dieser Immunschutz bei Omikron auswirkt, bleibt abzuwarten. 

Das Kapitel Long-Covid bei Kindern ist derzeit noch unvollständig erforscht. Bekannt ist, dass die Nachwirkungen einer Covid-Infektion auch bei Kindern festgestellt werden können. Dazu zählen Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gliederschmerzen, eine erschwerte Nasenatmung, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Druckgefühl der Brust, anhaltender Husten, Herzrasen, Magen-Darm-Symptome, Angstzustände sowie Lungenprobleme.

In seltenen Fällen entwickeln Kinder zudem das „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“, kurz Pims. Dabei kommt es nach einer Covid-Infektion zu einer Überreaktion des Immunsystems mit Entzündungsreaktionen im ganzen Körper. Meist erkranken ältere Kinder daran, sie müssen in der Regel intensivmedizinisch versorgt werden.

 In Deutschland forscht unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie zu den gesundheitlichen Langzeitfolgen von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen. Die Medizinische Hochschule Hannover hat eine Long-Covid-Ambulanz für Kinder eingerichtet.