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Corona-Risikogebiete NRW: Duisburg, Herne, Solingen, Köln & Aachen über 100er-Marke

Corona-Zahlen der NRW-Städte : Zwei Drittel der Menschen in NRW leben in Risikogebieten

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen stark, auch in Nordrhein-Westfalen. Das gesamte Ruhrgebiet ist inzwischen Risikogebiet, Köln und Duisburg haben am Mittwoch die 100er Marke beim Inzidenzwert überschritten. Ein Überblick, welche Städte in NRW derzeit besonders betroffen sind.

Nordrhein-Westfalen hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer. In zahlreichen NRW-Städten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz (also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) derzeit über 50 (Stand: 21. Oktober 2020). Bei Werten ab 50 müssen die Behörden in NRW zwingend weitergehende Regeln für das öffentliche Leben erlassen. Zudem gelten Einschränkungen für Reisen Kostenpflichtiger Inhalt in die meisten Bundesländer.

Gegenüber dem Vortag stieg die Zahl der Neuinfektionen in NRW laut Robert-Koch-Institut (RKI) um 2189 auf 94.883. Rund zwölf Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen leben in Corona-Risikogebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 oder höher. Das entspricht knapp zwei Dritteln der Gesamtbevölkerung im Bundesland. An den Wochenenden sind die amtlich gemeldeten Zahlen auf Grund der Personalkapazitäten in den Laboren und Gesundheitsbehörden meist niedriger.

In der RKI-Grafik mit täglich zunehmenden roten Warnfeldern gibt es aktuell sieben dunkelrote „Hotspots“. Solingen lag am Mittwochmorgen bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz mit 137,5 an der Spitze in NRW. Auch Herne (133,6), Wuppertal (101,4), Gelsenkirchen (113,2), Duisburg (100,1), Köln (104,5) und die Städteregion Aachen (106,6) überschritten die 100er-Schwelle.

  • Aachen 106,6
  • Bielefeld Die Zahlen sind am Freitag über die kritische Marke gestiegen. Bielefeld liegt jetzt (Stand Mittwoch) bei 65,5 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche. Damit gelten zunächst die strengeren Regelungen der Landesregierung für Corona-Hotspots. Die Stadt hatte bereits die Bundeswehr um Amtshilfe gebeten, um das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Kontakten bei Neuinfizierten zu entlasten.
  • Bochum 71,9
  • Dortmund: 73,1. Am Donnerstag hatte die Stadt mit einem Wert von 50,7 die kritische Marke von 50 Neuinfektionen überschritten.
  • Duisburg Die Grenzwerte für weitere Einschränkungen liegen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 beziehungsweise 50. Duisburg liegt mit einer aktuellen Inzidenz von 100,1 weit darüber.
  • Kreis Düren 95,2.
  • Düsseldorf Am Mittwoch liegt der Wert bei 81,0, das städtische Gesundheitsamt meldete am Freitag sogar noch höhere Zahlen. Die Stadt Düsseldorf gilt seit dem 13. Oktober als Risikogebiet. Gastronomen müssen fortan ab 23 Uhr schließen, in der Öffentlichkeit dürfen sich maximal fünf Personen treffen. Zwar gebe es kleinere Hotspots, die den Anstieg zum Teil erklären könnten, sagte Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes. Zum Beispiel im Luisenheim in Eller, wo mehr als 30 Mitarbeiter und Bewohner an Covid-19 erkrankten. Zudem sei eine Familienfeier in Düsseldorf bekannt, bei der es eine „gewisse Häufung“ gegeben habe.
  • Ennepe-Ruhr-Kreis 53,1.
  • Essen Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Ruhrgebietsmetropole liegt am Mittwoch bei 72,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner.
  • Gelsenkirchen 113,2.
  • Gütersloh 50,7.
  • Hagen In Hagen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 70,5. Auch dort gelten verschärfte Corona-Regeln.
  • Hamm Die Stadt meldet die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell 77,3. Bereits seit Ende September gelten in der Stadt verschärfte Corona-Regeln, unter anderem müssen Schüler und Lehrer an weiterführenden Schulen im Unterricht wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann. Als Auslöser für den Corona-Ausbruch in Hamm gilt eine Großhochzeit, die nach Erkenntnissen der Behörden mehr als 200 Infektionen nach sich gezogen hat.
  • Herne Es gab in den vergangenen Tagen einen massiven Anstieg: Die Ruhrgebietsstadt kommt nun auf einen Wert von 133,6
  • Krefeld Mit einem Sieben-Tage-Wert von 66,8 hat auch Krefeld am Wochenende den kritischen Wert überschritten.
  • Köln In der Millionenstadt am Rhein stieg die Sieben-Tage-Inzidenz zu Mittwoch stark auf 104,5. Es gilt unter anderem eine Maskenpflicht.
  • Leverkusen Die Stadt fällt ebenfalls in die Kategorie Risikogebiet. Am Mittwoch lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 84,3. Seit Donnerstag müssen die Bürger auf öffentlichen Veranstaltungen wie in Kino und Theater auch auf ihrem Sitzplatz Masken tragen.
  • Kreis Mettmann Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 81,3
  • Mülheim an der Ruhr: Am Mittwoch vermeldete das RKI für Mülheim einen Wert von 75,6.
  • Oberhausen 52,2.
  • Kreis Olpe Auch hier ist die Inzidenz in den vergangen sieben Tagen gestiegen und liegt bei 60,5.
  • Kreis Recklinghausen Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis liegt bei einem Wert von 84,3
  • Remscheid Die Stadt im Bergischen Land weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 87,1 auf. Nach Angaben der Stadt hatten zunächst Rückkehrer aus Risikogebieten für einen Anstieg der Infektionszahlen gesorgt. Inzwischen sei ihr Anteil an den Neuinfektionen aber gering. Auch in Remscheid gelten verschärfte Corona-Regeln, einen Überblick finden Sie hier.
  • Rheinisch-Bergischer Kreis 60,4.
  • Rhein-Kreis-Neuss Seit Dienstag ist auch der Rhein-Kreis Neuss Risikogebiet. Im Mittwoch verzeichnete das RKI einen Wert von 68,2
  • Solingen Die Zahl der in Solingen mit dem Coronavirus infizierten Personen wird kontinuierlich größer: Nach 226 am Samstag meldete die Stadt am Dienstag 255 registrierte Fälle. Am Mittwoch stiegen die Zahlen abermals. Der Inzidenzwert steigt damit auf einen neuen Höchststand: 137,5 neue Infektionen in den letzten sieben Tagen entfallen auf je 100.000 Menschen, die in der Klingenstadt leben.
  • Kreis Unna Unna verzeichnet am eine Sieben-Tage-Inzidenz von 90,4
  • Kreis Warendorf Hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 76,3.
  • Kreis Wesel Der Kreis am Niederrhein hat am Dienstag erstmals die 50er-Marke überschritten mit 50,9. Am Mittwoch stieg der Inzidenzwert auf 60,0.
  • Wuppertal Seit Ende September sind die Zahlen in Wuppertal gestiegen, am Mittwoch auf einen Wert von 101,4. Als ein zentrales Ereignis werde dabei eine Garagenparty von Studenten gesehen, bei der mehr als 50 Personen gefeiert hätten.

Hinweis: Die hier genannnten Zahlen stammen vom Robert-Koch-Institut (RKI) und sind auch Basis unserer Grafiken. Sie können von den Zahlen der örtlichen Gesundheitsämter abweichen, die sich in einigen unserer Artikel finden. Die Städte und das RKI erheben ihre Werte zu verschiedenen Zeitpunkten.

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(jco/top/ham/dpa)