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Corona-Regeln: So könnten Coronavirus-Einschränkungen gelockert werden

Kampf gegen Pandemie : Innenministerium dementiert Konzeptpapier zum Corona-Exit

Am Mittag hieß es, die Bundesregierung arbeite daran, wie Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie schrittweise gelockert werden könnten. Doch das kolportierte Konzeptpapier stammt offenbar nicht aus dem Innenministerium.

Denn das Ministerium hat am Montagnachmittag bestritten, dass ein Konzept-Papier zu Lockerungen der Corona-Auflagen vom Ministerium in Auftrag gegeben worden sei. "Das Papier ist nicht vom Innenministerium und nicht von uns in Auftrag gegeben", sagte ein Sprecher des Ressorts.

In dem angeblich offiziellen Papier wird skizziert wie Deutschland schrittweise wieder den Weg in den Alltag zurück finden könnte. Als erstes sollten der Einzelhandel, Restaurants und in bestimmten Regionen die Schulen wiedereröffnet werden, hieß es in dem Konzeptpapier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Großveranstaltungen und private Feiern müssten aber vorerst verboten bleiben. Die Einschränkungen sollen bislang bis zum 19. April gültig bleiben.

Sobald ausreichend Schutzmasken vorhanden seien, solle ein Pflicht zum Tragen in Bussen und Bahnen, in Fabriken und Gebäuden eingeführt werden, heißt es in dem Konzept „Übergang von Verlangsamung zu Viruskontrollphase“. Bestimmte Wirtschaftszweige könnten zunächst als „Inseln“ den Betrieb wiederaufnehmen, wenn sie nicht zuviel Kundenkontakt vorsehen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte am Freitag festgestellt, dass die Ansteckungsrate jetzt bei eins liege, also im Schnitt ein Infizierter nur eine weitere Person infiziert. Für die nächsten Tage wurde sogar ein Wert unter eins in Aussicht gestellt, der bis einschließlich Montag auch erreicht wurde. In dem Papier des Innenministeriums wird davon ausgegangen, dass unter dieser Bedingung die Krankenhauskapazitäten ausreichend seien.

Laut Konzeptpapier sollte der „Lockdown“ so rasch wie möglich gelockert werden. Auch wenn die Pandemie wohl noch bis 2021 dauern werde, könne sie auch ohne „extensiven Lockdown“ unter Kontrolle gehalten werden. Voraussetzung sei allerdings eine Ausweitung der Tests auf 500.000 pro Tag von derzeit 60.000. Innerhalb von 24 Stunden müssten 80 bis 100 Prozent der Kontaktpersonen eines Infizierten auch mittels einer App festgestellt und dann zu Hause oder in Hotels unter Quarantäne gestellt werden. Die Apps sollten nur freiwillig genutzt werden. Geplant ist demnach auch eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen, Fabriken und anderen Gebäuden, sobald die Masken ausreichend verfügbar seien.

So könnten regional erste Schulen und Bildungseinrichtungen öffnen. Insellösungen seien möglich, wenn Covid-19-Tests bei Schülern eingeführt würden. Außerdem heißt es im Papier: „Öffnung des Einzelhandels und Gastronomie, aber Beschränkung der Anzahl der Personen in geschlossenen Räumen“.

Schrittweise sollten zudem definierte Wirtschafts- und Industriezweige wieder ihre Arbeit aufnehmen. „Faustregel: Je mehr Kundenkontakt desto spätere Öffnung, aber je bessere Schutzmaßnahmen desto eher.“ Wenn es gelinge, ein Kontrollsystem schon an den EU-Grenzen einzurichten, könnten dann Kontrollen an den Binnengrenzen aufgehoben werden.

Besonderen Schutz sollen die etwa 20 Millionen besonders gefährdeten Bürger bekommen. Alle müssten Zugang zu kostenlosen Tests bekommen. Menschen in Alten- und Pflegeheimen müssen zumindest regional weiter mit Beschränkungen leben: „Besuchssperre für Krankenhäuser und für Alten- und Pflegeheime in Epidemie-Regionen“, heißt es.

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(felt/anst/Reuters)