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Corona-Regeln NRW: Das gilt jetzt für Geimpfte und Genesene

Fragen & Antworten : Das gilt in NRW jetzt für Geimpfte und Genesene

Die Neuinfektionsraten sinken vielerorts, die Impfquote steigt – viele Menschen in Nordrhein-Westfalen hoffen auf baldige Lockerungen. Bisher gibt es nur Änderungen für Geimpfte und Genesene. Und das nur unter bestimmten Bedingungen. Ein Überblick.

Wer gilt als geimpft?

Als Geimpfte gelten Menschen in NRW, die eine vor mindestens 14 Tagen abgeschlossene vollständige Impfung gegen Covid-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff nachweisen können. Bei den bisher hierzulande verfügbaren und gängigen Impfstoffen von Astrazeneca Biontech und Moderna sind zwei Dosen notwendig, der zeitliche Abstand variiert jeweils zwischen 6 Wochen (Biontech/Moderna) und zwölf Wochen (Astrazeneca).

Gelten für die unterschiedlichen Impfstoffe unterschiedliche Fristen?

Nein, die 14-Tage-Frist nach der vollständigen Impfung gilt für alle Impfstoffe – die Immunantwort, der körpereigene Schutz gegen das Coronavirus baut sich in allen Fällen nicht unmittelbar nach dem Piks auf, es dauert mindestens einige Tage. Egal mit welchem Vakzin – voll Geimpfte können auch deshalb erst zwei Wochen später von den Erleichterungen in NRW profitieren.

Kann man Termine für die zweite Impfdosis nicht vorverlegen?

Das NRW-Gesundheitsministerium bittet ausdrücklich darum, dies nicht zu versuchen. Vor allem wer sich über ein Impfzentrum anmeldet, bekommt gleich zu Beginn beide Termine zugewiesen. Um die Logistik nicht zu gefährden  und keinen Ausfall von Terminen zu riskieren, sollte jeder die Termine so wahrnehmen, wie sie zugeteilt wurden. Auch wenn das im Fall von Astrazeneca bedeutet, dass man noch etwas länger warten muss.

Wie sollen sich Geimpfte ausweisen?

Bisher gilt nur der gelbe Impfausweis, den man in jedem Fall zum Impftermin mitbringen muss, als Beleg. Wer keinen mehr hat, kann zum Impftermin notfalls vor Ort einen neuen bekommen. Das gestempelte Papierheft können voll Geimpfte dann etwa im Einzelhandel oder beim Frisör vorlegen – es ersetzt den aktuell erforderlichen tagesaktuellen Negativ-Schnelltest.

Gibt es da keine App?

Ein digitaler Impfpass wird derzeit auf Bundesebene entwickelt, den Auftrag dazu erhielt das Kölner Start-Up UBIRCH. Mit der kostenfreien und freiwilligen App sollen Geimpfte ihre Daten auf dem Smartphone bequem und sicher mit sich führen können. Ab wann das möglich sein wird, ist noch unklar. Angepeilt wird Juni.

Was gilt für Genesene?

NRW-Bürger, die eine Corona-Infektion hinter sich haben, werden behandelt wie Geimpfte unter diesen Bedingungen: Sie müssen einen positiven PCR-Test nachweisen können, der eine Covid-19-Erkrankung bestätigt (Brief oder Email, notfalls erneut aus dem Labor anfordern). Das Testergebnis muss mindestens 28 Tage zurückliegen, darf aber nicht älter als 6 Monate sein.

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Reicht nicht auch ein Antigentest?

Nein, nach NRW-Richtlinien entspricht ein Antikörpertest nicht den Vorgaben zur Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis. Als Nachweis für Genesene wird nur der PCR-Test akzeptiert, der Antigentest ist nicht spezifisch genug.

In welchen Situationen wird das wie kontrolliert?

Impfausweise oder PCR-Testbelege werden überall dort kontrolliert, wo ein tagesaktueller Schnelltest notwendig ist. Unabhängig ihrer Belege können Geimpfte und Genesene auch weiterhin bei Bedarf auf Schnelltests zurückgreifen, etwa wenn sie die Nachweise gerade nicht zur Hand haben.

Was gilt für geimpfte Genesene?

 Genesene, deren Infektion über sechs Monate zurückliegen, werden wie Erstgeimpfte behandelt und können einen Impftermin buchen. Einen Nachweis über den positiven PCR-Test anzubringen kombiniert mit dem Nachweis einer mindestens 14 Tage zurückliegenden Impfung mit einem der zugelassenen Impfstoffe, befreit sie dann von der Testpflicht.

Wann kommen weitere Erleichterungen in NRW?

Auf Bundesebene wird über Erleichterungen für Geimpfte und Genesene an diesem Donnerstag entschieden. Dennoch sind einige Bundesländer wie Bayern, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein vorgeprescht. In NRW sind Immunisierte lediglich mit negativ Getesteten gleichgestellt. Weitere Lockerungsschritte für diese Gruppe etwa was Ausnahmen von der Ausgangssperre oder das Treffen in größeren Gruppen angeht, könnten schon am Wochenende kommen. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kündigte an: "Es wird in Zukunft so sein, dass geimpfte und genesene Menschen keine Einschränkungen mehr haben werden bei Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen." Die Details müsste NRW dann in der Landesverordnung festlegen. Maskenpflicht und Abstandsgebot im öffentlichen Raum sollen allerdings in jedem Fall weiter für alle gelten.