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Corona: Prämie für Pflegekräfte wackelt - Krankenkassen gegen Beitragsfinanzierung

Krankenkassen gegen Beitragsfinanzierung : Sonderprämie für Pflegekräfte wackelt

Die geplante Corona-Sonderprämie von 1500 Euro für Altenpflegekräfte droht an einer ungeklärten Finanzierung zu scheitern. Gegen die bisher erwartete Finanzierung durch die beitragsfinanzierte Pflegeversicherung hat sich in den Krankenkassen massiver Widerstand formiert.

Vertreter großer Krankenkassen haben sich dagegen ausgesprochen, die angedachte Corona-Sonderprämie für Altenpflegekräfte komplett aus Beitragsmitteln der Pflegeversicherung zu finanzieren. „Es kann nicht sein, dass allein die Beitragszahler hierfür aufkommen müssen“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassen-Verbands VDEK, Ulrike Elsner, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). Der VDEK ist Interessenvertretung der sechs Ersatzkassen, bei denen insgesamt rund 28 Millionen Menschen versichert sind.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, sieht Politik und Steuerzahler am Zug: „Die symbolische Anerkennung für systemrelevante Berufsgruppen, die jetzt in Corona-Krise verstärkt gefordert sind, muss deshalb vom Bund oder von den Ländern kommen, etwa über zweckgebundene Zuschüsse für die Soziale Pflegeversicherung“, sagte er der Zeitung.

Wegen der Zusatzbelastungen in der Corona-Krise sollen Vollzeitbeschäftigte in der Altenpflege mit dem Juli-Gehalt eine Prämie von 1500 Euro bekommen. Darauf hatten sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) vor gut zwei Wochen geeinigt. Festgehalten werden sollte die Regelung in einem eigenen Tarifvertrag - Verdi hatte das Ziel genannt, diesen für die ganze Branche für allgemeinverbindlich erklären zu lassen.

(zim/dpa/kna)