1. Panorama
  2. Coronavirus

Corona-Pandemie NRW: Vergabe von Impfterminen startet mit Problemen

Corona-Pandemie in NRW : Ärger über Probleme bei Vergabe von Impfterminen in NRW

Beim Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen an ältere Menschen hat es Probleme gegeben. Beide Hotline-Telefonnummern sowie die Webseite waren am Montagmorgen nicht erreichbar. Viele Betroffene sind verärgert.

Für 8 Uhr am Montagmorgen war der Start der Vergabe der Impftermine geplant gewesen. Offenbar war der Andrang sehr groß. Sowohl die Hotline-Telefonnummern sowie die Webseite www.116117.de waren zunächst nicht erreichbar. Und kurze Zeit nach dem Start waren bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) bereits alle Termine vergeben. „Wir schalten in Kürze weitere Termine frei. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt wieder”, hieß es auf der Website. „Es wird unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet“, hieß es von der KVNO. 

Es geht um Menschen ab 80 Jahre, die zu Hause leben. Diese Bevölkerungsgruppe soll ab dem 8. Februar in Impfzentren geimpft werden, hierfür ist ein Termin notwendig.

Der Ärger bei den älteren Menschen ist groß. „Eine Registrierung bei der KVNO war nicht möglich. Bereits um 8.02 Uhr lief der Versuch der Bestätigung der E-Mail-Adresse auf einen Fehler“, berichtet ein Leser unserer Redaktion. Kurz darauf hieß es demnach, dass schon alle Termine vergeben seien.

Kostenpflichtiger Inhalt Die SPD-Landtagsfraktion reagiert auf den holprigen Start der Vergabe von Impfterminen in NRW. Sie will CDU-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in den Landtag zitieren.

Eine Düsseldorferin, die für ihre 92 Jahre alte Mutter aus Remscheid einen Termin machen wollte, scheiterte ebenfalls - sowohl telefonisch als auch per Mail. „Es ging einfach  nicht weiter, es hieß immer, es läge ein technischer Fehler vor“, sagt sie. „Ärgerlich war schon, dass man in den zwei offiziellen Schreiben nicht darüber informiert wurde, welche Daten man genau bei der Terminvergabe angeben muss“, sagt die Düsseldorferin. Durch die Entfernung der Wohnorte habe sie die Versichertennummer ihrer Mutter deshalb zunächst nicht vorliegen gehabt. Nach den gescheiterten Versuchen sei unklar, wie es nun weitergeht. „Wann man sich um einen neuen Termin bemühen kann, wurde nicht mitgeteilt“, sagt sie.

Ähnliche Erfahrungen machten auch andere Betroffene. „Es erschien immer die Fehlermeldung: Es ist ein technischer Fehler aufgetreten“, schreibt ein Nutzer. Es sei zudem auch lange nicht möglich gewesen, die E-Mail-Bestätigung abzuschicken. „Dann hat es endlich funktioniert. Allerdings kam dann die Info: Alle Termine sind leider vergeben - und das um 09.13 Uhr!“, berichtet ein Betroffener.

 Mehrere Twitter-Nutzer haben sich derweil bei einem Satire-Account zu Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) beschwert. Unter „@KalleLaumann“ twittern Unbekannte seit einigen Wochen als Fake-Minister, der Kanal ist zudem als Satire gekennzeichnet. Dennoch markierten mehrere Nutzer „@KalleLaumann“ am Montag, um ihren Frust mitzuteilen. Der falsche Laumann antwortete: „Leute, guckt euch bitte mal "mein" Profil an. Ich kann euch nun wirklich NICHT bei Fragen rund um das Thema #Impfen und Terminvereinbarungen helfen. Echt nicht. Bitte wendet euch an die entsprechende Stellen. Danke.“ Der echte Minister Laumann ist übrigens nicht bei Twitter, nur sein Ministerium.

Kostenfreie Hotline und Website für Impftermine

Die Verabreichung des Vakzins ist freiwillig und kostenlos. In NRW leben rund 1,2 Millionen Menschen, die 80 Jahre alt sind oder älter. Das Gesundheitsministerium hat empfohlen, die beiden Termine für die Erst- und Zweitimpfung im Internet unter der Adresse www.116117.de zu vereinbaren. Außerdem gibt es eine Telefon-Hotline, die von 8 Uhr bis 22 Uhr besetzt sein sollen: Wer im rheinischen Teil von NRW lebt, soll die kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 01 wählen, Menschen in Westfalen die ebenfalls kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 02.

(top/dpa)