1. Panorama
  2. Coronavirus

Corona-Pandemie NRW: Gut 1000 Intensivbetten mit Beatmungstechnik in NRW noch frei

Corona-Pandemie : Gut 1000 Intensivbetten mit Beatmungstechnik in NRW noch frei

Trotz der gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen und -Patienten sind in den Krankenhäusern von Nordrhein-Westfalen aktuell ausreichend Intensivbetten und Beatmungstechnik vorhanden. Darüber informierte am Montag das Gesundheitsministerium.

Landesweit stünden mit Stand Montag 7846 Intensivbetten zur Verfügung, sagte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage. Frei seien davon zurzeit noch 1628 Betten. In der Gesamtzahl sind 5582 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten enthalten. Davon seien 1085 aktuell frei.

Derzeit würden 6,6 Prozent der Intensivbetten mit Beatmung für die medizinische Versorgung von Covid-19-Patienten verwendet. „Rund 20 Prozent der Gesamtbeatmungskapazität sind derzeit unbelegt und stehen zur Verfügung. Insoweit ist die stationäre Versorgung aktuell sicher gewährleistet“, betonte sie. Allerdings räumte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) nun ein, dass die gemeldeten Zahlen aus den Kliniken nicht immer korrekt seien - für einen Teil der Betten gebe es kein Pflegepersonal.

Auch die Ministeriumssprecherin sieht trotz der Anzahl der gemeldeten Intensivbetten einen Anlass zu besonderer Aufmerksamkeit angesichts des Anstiegs der Infektionen. Er erreiche zunehmend auch diejenigen Bevölkerungsgruppen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe hätten, erläuterte sie.

Seit Anfang Oktober steige die Zahl der stationär zu behandelnden an Covid-19 erkrankten Patienten in den NRW-Krankenhäusern. Aktuell seien 2667 Corona-Patienten in stationärer Behandlung (davon 588 Patienten intensivmedizinisch, davon 367 beatmet). Im Vergleich dazu habe es am 14. April 2020 zwar weniger Corona-Patienten in stationärer Behandlung (2117) gegeben, aber mehr schwere Fälle (davon 724 Patienten intensivmedizinisch, davon 577 Patienten beatmet).

Auch nach Angaben der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit keine Engpässe auf den Intensivstationen. „Im Moment sieht es so aus, dass ausreichend Kapazitäten vorhanden sind“, sagte ein Sprecher. Es gebe keine Meldungen von NRW-Krankenhäusern, dass sie aus Kapazitätsgründen keine neuen Corona-Patienten behandeln könnten. Allerdings handele es sich um ein dynamisches Geschehen.

Mit der Verschiebung planbarer Operationen könnte bei Bedarf noch in begrenztem Umfang zusätzliches Personal auf den Intensivstationen eingesetzt werden. „Da gibt es noch ein bisschen Luft“, erklärte der Sprecher. Er verwies darauf, dass es schon vor der Pandemie einen Fachkräftemangel gegeben habe. Operationen bei Krebspatienten und chronisch Kranken zum Beispiel könnten nicht verschoben werden.

Die NRW-Gesundheitsämter haben nach einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen 3369 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Innerhalb der vergangenen sieben Tage wurden dem RKI insgesamt 27 246 neue Fälle aus Nordrhein-Westfalen übermittelt. Am Montag vergangener Woche lag dieser Wert mit 18 808 Neuinfektionen noch deutlich niedriger.

Bezogen auf 100.000 Einwohner lag die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen nach den jüngsten Daten in NRW am Montag bei 151,8. Am Montag vergangener Woche waren es in der Relation 104,8 Fälle. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Montagen niedriger - auch, weil an Wochenenden weniger getestet wird. Außerdem liegen auch nicht von allen NRW-Gesundheitsämtern bereits neue Daten vor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montag angesichts der steigenden Zahlen der Corona-Infektionen und Schwererkrankten in Deutschland vor einer „akuten Notlage“ in den Krankenhäusern gewarnt. „Das ist exponentielles Wachstum, das uns mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine akute Notlage in unseren Krankenhäusern zulaufen lässt“, sagte die CDU-Politikerin vor der Bundespressekonferenz in Berlin.

(top/dpa)