1. Panorama
  2. Coronavirus

Corona-Pandemie in Afrika: Lage laut WHO "sehr, sehr besorgniserregend"

Wegen Mutanten und Impfstoff-Mangel : Corona-Lage in Afrika laut WHO „sehr, sehr besorgniserregend“

Auf dem afrikanischen Kontinent ist der Impfstoff gegen das Coronavirus knapp. Zudem breiten sich ansteckendere Virusmutationen aus. Auch in anderen Ländern wird der Impfstoff-Mangel zum Problem.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die Corona-Lage in Afrika als „sehr, sehr besorgniserregend“ ein. WHO-Notfalldirektor Michael Ryan führte dies am Freitag vor allem auf die Ausbreitung ansteckender Virusvarianten und die niedrigen Impfraten auf dem Kontinent zurück. Großen Teilen der afrikanischen Bevölkerung und auch gefährdeten Bevölkerungsgruppen werde der nötige Impfschutz „vorenthalten“, beklagte Ryan. „Das ist das Ergebnis einer höchst ungerechten Verteilung der Impfstoffe.“

Nach Angaben der WHO wurden in Afrika in der vergangenen Woche 116.500 Neuinfektionen registriert – 25.500 mehr als in der Vorwoche. In einigen Ländern hat sich Zahl der Infektionen zuletzt sogar verdoppelt. Bisher sind in Afrika nur ein Prozent der Menschen zweifach und damit vollständig gegen Corona geimpft.

Nach Angaben der WHO mussten viele arme Länder ihre Impfprogramme zuletzt sogar abbrechen, weil sie nicht genug Impfstoff haben. In einer „großen Zahl von Ländern“ könnten deshalb keine zweiten Impfdosen verabreicht werden, sagte der WHO-Experte Bruce Aylward, der bei der WHO für die globale Impfallianz Covax zuständig ist. Betroffen sind demnach Länder auf dem indischen Subkontinent, im südlichen Afrika, in Lateinamerika und im Nahen Osten.

Die Covax-Initiative soll die massive Ungleichheit zwischen reichen Industrieländern und armen Schwellen- und Entwicklungsländern bei den Corona-Impfungen verringern. Covax will sicherstellen, dass noch in diesem Jahr in jedem Land die am stärksten gefährdeten 20 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 geimpft werden können. Bis Donnerstag waren über Covax aber erst 88 Millionen Impfdosen an 131 Länder verteilt worden – deutlich weniger als ursprünglich geplant.

(c-st/AFP)