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Corona-Pandemie: Bundesnotbremse verhagelt Einzelhandel April-Geschäft

Umsatzrückgang von 5,5 Prozent : Bundesnotbremse verhagelt Einzelhandel das Geschäft im April

Der deutsche Einzelhandel verbucht für April Umsatzrückgänge von mehr als fünf Prozent. Das Statistische Bundesamt vermutet die Bundesnotbremse als Grund für das Minus.

Die Einführung der Bundesnotbremse im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat im April zu einem unerwartet starken Umsatzrückgang im deutschen Einzelhandel geführt. Im Vergleich zum Vormonat fielen die Einnahmen um 5,4 Prozent niedriger aus, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Preisbereinigt (real) gab es ein Minus von 5,5 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier lediglich mit einem Rückgang von 2,0 Prozent gerechnet, nachdem es im März noch ein Plus von 7,7 Prozent gegeben hatte.

„Ursächlich für den Rückgang dürfte die Bundes-Notbremse in der zweiten Aprilhälfte“ gewesen sein, erklärten die Statistiker. Sie ist seit dem 23. April in Kraft und regelt erstmals bundeseinheitlich, dass in Städten und Landkreisen ab einem Inzidenzwert von 100 zahlreiche Maßnahmen zur Kontaktbeschränkungen gelten. Als zweiten Grund für das Umsatzminus nannte das Bundesamt das Ostergeschäft, das dieses Jahr teilweise bereits in den März fiel.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat, als wegen der ersten Corona-Welle bereits Einschränkungen für den Handel galten, legte der Umsatz im April um 5,8 Prozent zu. Der boomende Internet- und Versandhandel wuchs dabei um 13,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der in der Krise stark gebeutelte Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren schaffte ein Plus von knapp einem Drittel.

Experten gehen davon aus, dass der private Konsum insgesamt im Frühjahr in Schwung kommen wird. So soll auch die Bundesnotbremse in diesem Monat auslaufen.

(c-st/Reuters)