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Corona: NRW hält an Maskenpflicht fest - anders als in Mecklenburg-Vorpommern

Kampf gegen die Pandemie : Nordrhein-Westfalen hält an Maskenpflicht fest

Lockerungen wie in Mecklenburg-Vorpommern soll es zunächst nicht geben. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nennt die Maskenpflicht im Handel „eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen das Coronavirus“.

Mecklenburg-Vorpommern plant angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen eine Lockerung der Maskenpflicht im Einzelhandel. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der „Welt am Sonntag“. Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin am 4. August einen entsprechenden Beschluss fassen werde. Glawe kündigte an, mit den anderen norddeutschen Ländern über den Vorstoß sprechen zu wollen und befürwortete eine bundesweite Regelung.

Dazu dürfte es allerdings nicht kommen. So äußerte sich etwa die NRW-Landesregierung zurückhaltend. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte unserer Redaktion, trotz insgesamt positiver Entwicklung der Infektionszahlen sei die Gefahr der Pandemie noch lange nicht gebannt – das zeigten auch lokale Ausbruchsgeschehen wie zuletzt in Gütersloh. „Solange wir ohne wirksamen Impfstoff und Medikamente mit dieser neuen, ungewohnten Situation leben, werden die Menschen weiterhin mit Regeln und Veränderungen umgehen müssen“, fügte die Sprecherin hinzu. Dazu würden noch für einige Zeit unter anderem Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und die Mund-Nasen-Bedeckung gehören.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte die Maskenpflicht im Handel „eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen das Coronavirus“. Es wäre „das völlig falsche Signal“, diese Pflicht jetzt schon wieder aufzuheben. „Wenn es keine Maskenpflicht im Handel mehr gibt, kontaminieren Infizierte auch die Ware, und Kunden wie Beschäftigte werden durch die Aerosole stark gefährdet. Schafft eine Landesregierung die Maskenpflicht ab, experimentiert sie mit der Gesundheit der Menschen und erhöht das Risiko für eine zweite Infektionswelle in Deutschland“, sagte Lauterbach. „Diese Lockerung wäre fahrlässig, nur um die Menschen im Urlaub bei Kauflaune zu halten.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plädiert ebenfalls für ein Festhalten an der Maskenpflicht im Einzelhandel. Im Deutschlandfunk warnte er am Montag davor, zu sorglos zu sein. Er verstehe die Ungeduld, „Maskentragen ist auch nicht immer angenehm“. Dennoch halte er eine Mund-Nase-Bedeckung vor allem in geschlossenen Räumen weiterhin für sinnvoll, wenn ein Mindestabstand nicht dauerhaft eingehalten werden kann. Spahn sagte, er sei beim Kampf gegen die Corona-Pandemie „im Zweifel für die Vorsicht“.

(RP)