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Corona: Länder-Gesundheitsminister für Impfung in Apotheken und bei Zahnärzten

Kampf gegen die Pandemie : Länder-Gesundheitsminister für Impfung in Apotheken und bei Zahnärzten

Noch vor dem Spitzentreffen am Dienstag mit Angela Merkel, Olaf Scholz und den Länderchefs sind die gesundheitsminister der Länder zusammengekommen. Sie fordern unter anderem, dass auch Apotheken und Zahnärzte künftig impfen sollen.

Die Gesundheitsminister der Länder wollen Corona-Auffrischungsimpfungen in Zukunft auch in Apotheken und bei Zahnärzten ermöglichen. Wie der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag im Anschluss an Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) in München sagte, wurde der Bund aufgefordert, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Es sei klar, "dass das nicht von heute auf morgen geht", sagte Holetschek, der derzeit den GMK-Vorsitz innehat. Er verwies aber darauf, dass der Einsatz von Apotheken und Zahnärzten auch für künftige Aufrisch-Kampagnen nötig sei.

Der Beschluss war Teil der Beratungen der Gesundheitsminister zu der Frage, wie Auffrischungsimpfungen beschleunigt werden können. Wie Holetschek weiter sagte, sollen Lieferungen des derzeit nur reduziert zur Verfügung stehenden Biontech-Impfstoffs vorgezogen werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) führe hierzu Gespräche.

Die Gesundheitsminister der Länder drücken auch bei den Corona-Impfungen für Kinder aufs Tempo. In einem einstimmig gefassten Beschluss vom Montag fordern sie die EU-Kommission zu früheren Impfstofflieferungen auf - und bitten die Ständige Impfkommission (Stiko) um eine „sehr zeitnahe“ Empfehlung für Kinderimpfungen. In allen Ländern sollen „unverzüglich“ Angebote für Kinderimpfungen, etwa besondere Impfstraßen, eingerichtet werden.

Man begrüße es, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA nun einen Corona-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige zugelassen habe, sagte Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) am Montag nach einer Schaltkonferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in München. Nun fordere man die EU-Kommission auf, den Impfstoff schneller zur Verfügung zu stellen als am 20. Dezember - dies ist das bisher genannte Datum. „Wir hoffen, dass das vorgezogen werden kann, damit wir da auch noch schneller mit den Impfungen anfangen können.“

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) sei sich zudem einig gewesen, dass man überall Kinder- und Familienimpfstraßen auf den Weg bringen wolle, damit man unmittelbar, wenn der Impfstoff zur Verfügung stehe, beginnen könne, sagte Holetschek als derzeitiger GMK-Vorsitzender.

Zudem werde die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, zeitnah eine Empfehlung abzugeben, „und zwar so schnell sie können“. „Wir wollen da keinen Druck aufbauen“, sagte Holetschek. „Wir wissen aber, dass es wichtig wäre, das wir zeitnah gerade bei diesen sensiblen Impfungen tatsächlich von der Ständigen Impfkommission ein Signal kriegen.“ Die Stiko hatte zuletzt angekündigt, möglichst bis zur Auslieferung des Kinder-Impfstoffs eine Empfehlung auszusprechen.

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Die EMA hatte vergangenen Donnerstag grünes Licht für die Zulassung des Präparats von Biontech/Pfizer (Comirnaty) auch für die Gruppe der Fünf- bis Elfjährigen gegeben - aber in niedrigerer Dosierung: Kleinere Kinder bekommen im Vergleich zur Altersgruppe ab zwölf nur ein Drittel der Dosis gespritzt, also 10 statt 30 Mikrogramm.

Abgesehen davon seien niedergelassenen Ärzte schon jetzt in der Lage, nach individueller Beratung Impfungen von Kindern vorzunehmen, sagte Holetschek, betonte allerdings: „Es handelt sich da aber um einen sogenannten Off-Label-Use.“ Der Kinderimpfstoff sei erst in den Dosen, in denen er dann ausgeliefert werde, von der EMA-Zulassung erfasst.

Sollen jetzt schon Kinder geimpft werden, muss der schon verfügbare Impfstoff vom Arzt so portioniert werden wie in der Zulassungsstudie.

Im Beschluss der Länder-Minister heißt es dazu, eine Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren erfolge bis zur Auslieferung der Kinderimpfstoffe „in eigener Verantwortung und Entscheidung sowie nach individueller Beratung durch den niedergelassenen Arzt oder die Ärztin (Off-Label-Use)“. Und weiter: Das Infektionsschutzgesetz erlaube „in diesem Fall keine Haftungsübernahme durch den Bund“.

(felt/AFP)