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Corona-Krise in St. Augustin: Pflegeheim wegen Ausbruch zum Teil evakuiert

„Wir kriegen das nicht hin“ : Pflegeheim in St. Augustin wegen Corona-Ausbruchs teilweise evakuiert

Ein Pflegeheim in St. Augustin ist am Freitag teilevakuiert worden, weil es nicht mehr genug Personal gab. Zahlreiche Pflegekräfte seien mit dem Coronavirus infiziert.

„40 oder 50 Bewohner werden gerade von den Rettungskräften verlegt - ganz ruhig, ohne Blaulicht“, sagte der Landrat im Rhein-Sieg-Kreis, Sebastian Schuster (CDU), am Freitagabend in der „Aktuellen Stunde“ des WDR. „Das Personal des Heims hat gesagt ‚Wir kriegen das nicht hin’ - und dann haben wir uns gezwungen gesehen zu evakuieren“, sagte der Landrat weiter. Laut WDR hat das Heim 70 Bewohner. 38 Pflegekräfte seien positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Dienstpläne des Heims für Ostern seien schon fertig gewesen - und dann seien am Mittwoch Mitarbeiter positiv getestet worden, am Donnerstag weitere, so Schuster. „Und dann war scheinbar keine Personalreserve vorhanden und dann hat man gesagt ‚Das ist der Notstand’.“ Es sei eine Katastrophe, wenn eine solche Einrichtung „die weiße Fahne raushängt und sagt: Wir schaffen es nicht“.

Im Rhein-Sieg-Kreis sind bislang insgesamt 923 Personen positiv auf Sars CoV2 getestet worden, wie der Landrat am Freitag mitgeteilt hatte. 116 Fälle gibt es in St. Augustin - der Ort hat damit im Kreis die meisten bestätigten Corona-Infizierten. Acht Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, sind in St. Augustin bislang gestorben.

„Auch wenn sich die Gesamtlage weiter positiv entwickelt, verstärkt sich die Problematik in den Altenheimen deutlich“, hatte der Landrat am Donnerstag mit Blick auf den gesamten Kreis mitgeteilt. „Daher liegt unser Fokus darauf, insbesondere für das lange Wochenende sicherzustellen, dass die Systeme bestmöglich funktionieren.“

Im WDR sagte er mit Blick auf das teilevakuierte Heim: „Wir werden einen Plan machen, dass uns das nicht nochmal so erwischt, wie es ja schon in Wolfsburg und Würzburg der Fall war. Wir müssen uns da besser aufstellen.“

(mba/dpa)