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Corona-Krise in NRW: Stadt Hagen verhängt Ausgangssperre für Häuser

Überwachung rund um die Uhr : Stadt Hagen verhängt wegen Coronavirus Ausgangssperre für zwei Häuser

Das Ordnungsamt der Stadt Hagen überwacht in der Corona-Krise zwei Mehrfamilienhäuser. Für die rund 60 Bewohner wurde eine Ausgangssperre verhängt. Hintergrund der Maßnahme ist das Verhalten der Bürger.

Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen hat für zwei Mehrfamilienhäuser im Stadtteil Wehringhausen Quarantäne angeordnet, wie am Samstag mitgeteilt wurde. Hintergrund der Maßnahme ist, dass drei Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Trotz ihrer Erkrankung bewegten sie sich allerdings entgegen der Regeln in der Öffentlichkeit.

Das städtische Ordnungsamt überwacht daher seit Samstag und voraussichtlich bis zum 1. Mai die angeordnete Quarantäne rund um die Uhr. So sollten mögliche Neuinfizierungen vermieden werden, hieß es. Am Wochenende unterstützte die Hagener Polizei den Einsatz. Die Mitarbeiter achteten darauf, dass die Bewohner die Häuser nicht verlassen und keine Besucher von außerhalb hineingehen. Die Versorgung der Bewohner sei trotz der Ausgangssperre sichergestellt, teilte die Stadt mit. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst berichtet.

Hintergrund dieser drastischen Maßnahme ist nach Angaben der Stadt das „bisherige Verhalten der Hausbewohner“. Es sei davon auszugehen, dass die angeordnete Quarantäne nicht befolgt werde. Laut der Stadt muss der „Kontrolldruck von vornherein hochgehalten werden“. Nach Angaben der Stadt leben in den Häusern „überwiegend Menschen südosteuropäischer Herkunft“. Bußgelder wegen Verstößen seien bisher allerdings nicht verhängt worden.

Außerdem müsse unterstellt werden, dass sich die Infizierten auch innerhalb der beiden Häuser frei bewegten. Aus diesem Grund zählten alle etwa 60 Bewohner als Kontaktpersonen, erklärte die Stadt. Sie seien gemäß des Infektionsschutzgesetzes zumindest „ansteckungsverdächtige Personen“.

Aus diesem Grund plane die Stadt Hagen, alle Bewohner auf das Coronavirus zu testen. Ein Zeitpunkt dafür wird in der Mitteilung nicht genannt. Stadtmitarbeiter oder Polizisten seien bislang aber nicht von den Hausbewohnern infiziert worden. Eine Verlängerung der Ausgangssperre sei möglich. Alle Maßnahmen dienten dazu, „eine Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden und die bisher von der Landesregierung getroffenen Maßnahmen sowie deren anfänglichen Erfolge nicht zu gefährden“, hieß es.