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Corona-Krise in NRW: Soforthilfen für Unternehmen sollen wieder anlaufen

Nach Betrug durch Fake-Seiten : Corona-Soforthilfen in NRW sollen nächste Woche wieder anlaufen

Nach dem Aufdecken des Betrugs bei den Landeshilfen versucht NRW, über einen Datencheck mit der Finanzverwaltung die Betrüger schneller rauszufischen. Antragsteller müssen noch Geduld haben.

Die Corona-Soforthilfen des Landes Nordrhein-Westfalen hatten vor allem ein Ziel: Sie sollten schnell und unbürokratisch erfolgen, damit Kleinunternehmer und Selbstständige so schnell wie möglich Geld bekommen. Schließlich ist die finanzielle Not bei vielen von ihnen gewaltig.

Jetzt bewirkt die jüngst bekanntgewordene Betrugsmasche bei der Antragstellung genau das Gegenteil. NRW hat nicht nur die Auszahlung von Soforthilfen vorübergehend gestoppt, sondern auch die Bewilligungen ausgesetzt und die Soforthilfe-Seiten bis auf Weiteres vom Netz genommen. Damit ist kein Neuantrag mehr möglich. Eingegangene Anträge werden aber weiterhin geprüft. Die 3500 bis 4000 Antragsteller, die nach den bisherigen Erkenntnissen betroffen sind, können, sobald das Vefahren wieder läuft, ihre Anträge erneut stellen.

Wie geht es nun weiter? „Die Ermittler, die Bezirksregierungen und das Wirtschaftsministerium arbeiten mit Hochdruck daran, die große Mehrheit der redlichen Antragsteller, die auf ihre Auszahlung warten, und die Betrugsfälle voneinander zu trennen. Dabei wird uns ein Datencheck mit der Finanzverwaltung helfen“, erklärte das Ministerium auf Anfrage unserer Redaktion. Wann genau wieder eine  Auszahlung  stattfinde, könne man noch nicht sagen. „In der Woche nach Ostern wollen wir das Online-Antragsverfahren mit zusätzlichen Sicherheitsprüfungen, die im Hintergrund laufen, wieder aufnehmen“, heißt es.

Ob das nur geringfügige oder größere Veränderungen am aktuellen Verfahren bedeutet, bleibt damit offen. Gleichzeitig wird aus anderen Bundesländern Unverständnis über die Vorgehensweise in Nordrhein-Westfalen laut. Nach Informationen des WDR müssen in den meisten Ländern erst Formulare heruntergeladen werden, die anschließend per E-Mail oder auf dem Postweg zurückgesandt werden müssen. In einigen Ländern sei es zudem notwendig, weitere Unterlagen wie Ausweiskopien oder einen Steuerbescheid einzureichen. Ein einfacher Algorithmus, der Steuernummer und Bankverbindung abgleiche, sei eigentlich unabdingbar, sagen Online-Experten.