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Corona-Krise: Ansammlungsverbot jetzt auch in Gelsenkirchen und Bochum

Ausbreitung des Coronavirus : Auch Bochum und Gelsenkirchen erlassen Ansammlungsverbot

Die Ruhrgebietsstädte Bochum und Gelsenkirchen haben am Freitagabend wegen der Ausbreitung des Coronavirus Ansammlungen von mehr als zwei Personen unter freiem Himmel verboten. Sie folgen damit unter anderem Köln, Leverkusen und Dortmund.

Damit haben in Nordrhein-Westfalen inzwischen sechs Großstädte Ausgangsbeschränkungen erlassen. In Bochum dürfen sich seit Freitagabend nicht mehr als zwei Personen zusammen draußen aufhalten. Die Maßnahme sei nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verzögern, teilte die Stadt am Freitagabend auf ihrer Homepage mit. Es gibt Ausnahmen: Familien und Personen, die zusammenleben, dürften sich weiterhin gemeinsam im Freien aufhalten.

Ähnliches gilt seit Freitagabend auch in Gelsenkirchen. „Die Stadt reagiert damit auf die teilweise schleppende Umsetzung der bisherigen Verfügung durch einige Personen“, heißt es in einer Mitteilung. Man stünde vor einem entscheidenden Wochenende, wird Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) darin zitiert. „Leider haben die Dimensionen noch immer nicht alle verstanden. Darum war es unvermeidlich, dieses Ansammlungsverbot heute auszusprechen“, so der OB. Die Maßnahme soll zunächst bis zum 5. April gelten.

Am Freitag war der erste Bochumer am Coronavirus gestorben: ein 55 Jahre alter Urlaubsrückkehrer aus Österreich. Ob er Vorerkrankungen hatte, wurde zunächst nicht bekannt. „Mich macht das sehr traurig und meine Anteilnahme gilt der Familie und den Freunden des Verstorbenen. Wir alle erleben im Moment, wie wirklich ernst diese Situation ist“, sagte ein sichtlich bewegter Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) in einer Videoansprache.

In Nordrhein-Westfalen gelten Ausgangsbeschränkungen damit unter anderem in den Städten Kerpen, Bochum, Gelsenkirchen, Wuppertal, Leverkusen, Dortmund und Köln. In Wuppertal und Dortmund liegt die erlaubte Gruppengröße bei vier, in Kerpen bei drei und in den anderen Städten bei zwei Personen.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hat Verständnis für die Maßnahmen der Städte. „Jede Stadt muss selber schauen, wie sie reagiert“, sagte er unserer Redaktion. „Es ist nicht mehr fünf vor zwölf sondern zwei Minuten vor zwölf.“ In Düsseldorf seien seiner Meinung nach deutlich weniger Menschen als noch vor einigen Tagen in Gruppen unterwegs, so Wüst. Um eine Ansteckung zu vermeiden, rief er zudem dazu auf, nur in dringenden Fällen mit dem Zug zu fahren.

In Bayern sind Ausgangsbeschränkungen seit Samstag sogar landesweit in Kraft. Zuvor hatten dies bereits die Stadt Freiburg im Breisgau und mehrere bayerische Gemeinden erlassen. Am Wochenende diskutieren die Ministerpräsidenten der Länder mit dem Kanzleramt über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Dabei soll es auch um mögliche deutschlandweite Beschränkungen gehen.

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(mit dpa)