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Corona: Iran hält offenbar wahre Totenzahlen unter der Decke

Angeblich 42.000 Tote durch Corona : Der Iran vertuscht offenbar das wahre Ausmaß der Pandemie

Regierungsunterlagen offenbaren nach einem Bericht der BBC ein dramatisches Bild – 42.000 Tote und nicht 17.000 wie offiziell angegeben. Auch Amnesty International und die Exilopposition schlagen Alarm. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Mullahs die Öffentlichkeit in die Irre führen.

Das Coronavirus wütet im Iran offenbar viel schlimmer als offiziell zugegeben. Der britischen BBC zufolge zeigen iranische Regierungsunterlagen, dass bis Ende Juli rund 42.000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 starben, mehr als doppelt so viele wie amtlich angegeben. Auch Amnesty International und die iranische Exilopposition schlagen Alarm. Die Enthüllungen untermauern den Vorwurf, dass die iranischen Behörden die Öffentlichkeit in dem am schwersten betroffenen Land im Nahen Osten seit Monaten bewusst in die Irre führen.

Zwar sprechen auch die iranischen Behörden von einer besorgniserregenden Lage. Seit Ende Juni werde in der heiligen Stadt Gom, dem Ursprungsort der iranischen Corona-Welle, ein erneuter Anstieg der täglichen Infektionszahlen verzeichnet, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Massenhafte Verstöße gegen die Hygieneregeln seien schuld an der Entwicklung. Doch Gom ist kein Einzelfall. In 25 der 31 Provinzen des Landes gebe es Anlass zur Sorge, hieß es.

Schon die offiziellen Zahlen legen nahe, dass der Iran die Lage nicht in den Griff bekommt. Rund 310.000 Fälle und mehr als 17.000 Todesfälle meldet der Iran, der mit seinen 80 Millionen Bewohnern etwa so groß ist wie Deutschland. Doch die offizielle Bilanz spiegelt laut der BBC nicht die bittere Wahrheit. Aus Regierungsdokumenten geht demnach hervor, dass Teheran seit Jahresbeginn genau weiß, wie katastrophal die Situation ist, aber eine vergleichsweise rosige Lagebeschreibung verbreitet.

Besonders gefährlich ist die Lage nach Angaben von Amnesty International in den Haftanstalten. Die Menschenrechtler zitierten aus vertraulichen Schreiben der Gefängnisbehörde an das Gesundheitsministerium, in denen ein Mangel an Schutzkleidung, Masken und Desinfektionsmitteln beklagt werde. Das Ministerium ignoriere die Hilferufe. Die Exil-Oppositionsgruppe NCRI will landesweit mehr als 80.000 Corona-Tote gezählt haben.

Nach anfänglichen Beschränkungen hatte Präsident Hassan Ruhani bereits im April eine schrittweise Öffnung der Wirtschaft angeordnet, weil sich das Land, das wegen amerikanischer Sanktionen ohnehin stark unter Druck ist, keine weiteren Verzögerungen leisten könne. Seit Ende Mai steigt die Zahl der Corona-Todesopfer wieder.

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Es wäre nicht das erste Mal, dass die Behörden versuchen, unangenehme Nachrichten zu unterdrücken: Die Regierung hatte bereits nach dem Abschuss einer ukrainischen Verkehrsmaschine durch die Revolutionsgarde im Januar versucht, die Wahrheit zu vertuschen.

Nun würden die Gesundheitsbehörden von den Sicherheitskräften gezwungen, das wahre Ausmaß der Corona-Verbreitung zu verschleiern, sagte eine iranische Ärztin der BBC. Möglicherweise befürchten Polizei, Armee, Geheimdienste und die Revolutionsgarde neue Unruhen, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Das Regime wurde in den vergangenen Monaten mehrmals durch Massenproteste erschüttert.