Viele Corona-Infektionen Krankenhäuser kämpfen mit Personalengpässen

Berlin · Wieder gibt es viele Corona-Infektionen im Land. Krankenhausgesellschaft und Intensivmediziner sehen vor allem Probleme bei der Belegschaft, denn die Kliniken leiden unter Personalmangel wegen infizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine Mitarbeiterin der Pflege steht in einem Zimmer der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Essen und bedient ein ECMO-Gerät. (Archiv-/Symbolbild).

Eine Mitarbeiterin der Pflege steht in einem Zimmer der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Essen und bedient ein ECMO-Gerät. (Archiv-/Symbolbild).

Foto: dpa/Fabian Strauch

Corona-Beschränkungen gibt es kaum noch, doch das Virus ist weiterhin weit verbreitet. Besonders in den Karnevalshochburgen gab es zuletzt wieder Ausbrüche. Doch auch in anderen Regionen kämpfen die Krankenhäuser coronabedingt vor allem mit einem Problem: Personalmangel wegen infizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wir haben im Abwassermonitoring beispielsweise in Köln um Karneval herum eine hohe Viruslast gesehen, die nicht dazu geführt hat, dass wir ungewöhnlich viele Covid-Patienten in die Kliniken haben aufnehmen müssen“, sagte der Intensivmediziner Christian Karagiannidis.

Doch er sieht die Personalsituation kritisch. „Bundesweit haben wir etwa 1100 Corona-Patienten auf den Intensivstationen, davon 60 Prozent auch mit einer Manifestation der Erkrankung mit einem nur geringen Anstieg über Karneval“, sagte Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin. „Im Klinikalltag ist Corona mittlerweile eine Infektionserkrankung unter vielen, allerdings führen die Infektionen immer noch regelmäßig zu Personalausfällen in einer ohnehin chronisch angespannten Situation“, so der Intensivmediziner, der auch im Expertenrat der Bundesregierung sitzt.

Ein Eindruck, den der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, teilt. „In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Covid-positiv getesteten Patientinnen und Patienten auf den Normalstationen wieder deutlich gestiegen. Die meisten dieser Patienten befinden sich mit einer Corona-Infektion und anderen Haupterkrankungen aber nicht wegen eines schweren Covid-Krankheitsverlaufs im Krankenhaus“, sagte Gaß unserer Redaktion. „Trotz des Anstiegs auf den Normalstationen spielt Corona keine dominante Rolle mehr in den Kliniken“, so Gaß. Zugleich warnte er jedoch vor anderen Schwierigkeiten: „Problematisch ist allerdings der Rückstau von Behandlungen aus den vergangenen Jahren und selbstverständlich die weiterhin angespannte Personalsituation.“ Zum einen habe man krankheitsbedingte Personalausfälle, zum anderen sei es schwierig, Stellen zu besetzen. „Die wirtschaftliche Situation, die extremen inflationsgetriebenen Kostensteigerungen ohne adäquate Ausgleiche und die Unsicherheiten für die Krankenhäuser machen die Situation nicht leichter“, sagte Gaß.