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Corona in Spanien: 850.000 Menschen in Madrid dürfen ihre Viertel nicht verlassen

Erneute Corona-Beschränkungen : Zahlreiche Menschen in Madrid dürfen ihre Viertel nicht verlassen

Die spanische Hauptstadt Madrid ist das Epizentrum der Corona-Pandemie im Land. Die Stadt hat neue drastische Einschränkungen beschlossen. Etwa 850.000 Bewohner dürfen ihre Viertel nicht mehr verlassen.

Wie die Regierungschefin der spanischen Hauptstadtregion, Isabel Díaz Ayuso, am Freitag ankündigte, dürfen die Bewohner einer Reihe von Vierteln diese nur noch verlassen, wenn sie zur Arbeit gehen, zum Arzt oder wenn sie Kinder zur Schule bringen. Etwa 850.000 Madrilenen sind betroffen - rund 13 Prozent der 6,6 Millionen Einwohner der Stadt.

Die Hauptstadt ist derzeit das Epizentrum der Corona-Pandemie in Spanien. Die Behörden verzeichnen dort rund ein Drittel aller Neuansteckungen des Landes. Besonders betroffen sind die ärmeren Viertel im Süden von Madrid und im Umland der Stadt. Dort gelten nun auch die neuen Einschränkungen, darunter auch die Schließung der Parks. Auch Bewohner von außen dürfen die Viertel nur noch in Ausnahmefällen besuchen. Die Beschränkungen gelten ab Montag für zwei Wochen.

Das Gesundheitssystem der Hauptstadtregion kommt vielerorts an seine Grenzen. Nach offiziellen Angaben belegen Corona-Patienten derzeit über 20 Prozent aller verfügbaren Krankenhausbetten. Experten befürchten, dass in den nächsten Wochen die Lage ganz außer Kontrolle geraten könnte und ähnlich hohe Sterberaten wie im Frühjahr die Folge sein könnten.

Spanien ist das am stärksten von der Pandemie getroffene Land Europas. Diese Woche wurde die Marke von 600.000 bestätigten Ansteckungen überschritten. Mehr als 30.000 Menschen starben seit Beginn der Pandemie im Februar. Seit Juli steigen die Ansteckungszahlen erneut rasant.

Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr galten in Spanien vielerorts Ausgangssperren, die zu den striktesten weltweit gezählt werden. In manchen Gegenden durften die Menschen monatelang ihre Häuser nur in Ausnahmesituationen verlassen.

(ahar/AFP)