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Corona in Deutschland: Wissenschaft fordert drastische Reduzierung von sozialen Kontakten

Pandemiebekämpfung : Wissenschaftler fordern drastische Reduzierung von Kontakten

Die Nationale Wissenschaftsakademie und fünf weitere Forschungsgemeinschaften fordern die Bevölkerung in einer gemeinsamen Erklärung zu einer drastischen Reduzierung sozialer Kontakte auf. Es dürfe nur noch ein Viertel der Begegnungen stattfinden.

Die Deutsche Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und fünf andere Forschungsgemeinschaften fordern eine drastische Reduzierung von sozialen Kontakten in der Corona-Krise. Notwendig sei angesichts steigender Infektionszahlen eine Verringerung der Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen auf ein Viertel, nach bundesweit einheitlichen Regeln, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Leopoldina, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft.

Gemeint sind damit alle Kontakte, die ohne die aktuell geltenden Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen stattfinden. „Eine Halbierung der Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen eines jeden Einzelnen reicht laut wissenschaftlichen Simulationen des möglichen Pandemieverlaufs gegenwärtig nicht aus, um die Zahl von Neuinfizierten pro Woche zu senken“, erklärten die Experten weiter.

Der Anstieg der Infektionszahlen sei in vielen Orten Deutschlands nicht mehr kontrollierbar. „Je früher eine konsequente Reduktion von Kontakten ohne Vorsichtsmaßnahmen erfolgt,desto kürzer können diese andauern und desto weniger psychische, soziale und wirtschaftliche Kollateralschäden werden diese verursachen“, heißt es.

Jeder Kontakt, der den Gesundheitsämtern entgehe, sei der Keim einer neuen Infektionskette, die sich dann der Kontrolle entziehe. „Steigt die Zahl der unerkannten Virusträger weiter signifikant, dann geben
immer mehr Personen das Virus weiter, ohne davon zu wissen, und treiben das exponentielle Wachstum der Infektionszahlen an“, heißt es in der Erklärung. Nach drei Wochen einer entsprechenden Senkung der Kontakte sei es entscheidend, die dann erreichte niedrige Fallzahl mit bundeseinheitlichen und konsequent verfolgten Schutzmaßnahmen zu halten. Dazu gehören nach Darstellung der Wissenschaftler unter anderem die Einhaltung der sogenannten AHA+L+A-Regeln (Abstands-, Hygiene-und Alltagsmasken, Lüften und Corona-Warn-App).

(th/dpa)