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Corona in Deutschland: Was gegen Omikron derzeit wirklich hilft

Was wirklich gegen Omikron hilft : FFP2-Masken sind das Mittel der Wahl

Viele Menschen sind angesichts der hohen Ansteckungsrate der Omikron-Variante verunsichert, was die Schutzwirkung der Impfungen betrifft. Dabei sind beispielsweise FFP2-Masken ein exzellentes Mittel gegen Viren in der Luft.

Früher oder später wird sich jeder mit dem Coronavirus infizieren – so heißt es landauf und landab aus den Mündern der Virologen. Tatsächlich, das Virus ist nun agiler denn je, es hat mehr Mutationen auf dem Spike-Protein, dem Bindungsanker, mit dem es an die menschliche Zelle andockt. Das macht die Impfstoffe ein wenig stumpfer, obwohl sie immer noch gut gegen schwere Verläufe wirken.

Also einmal Virus für alle? Möglicherweise ist das wirklich so, obwohl schwer einsehbar ist, wieso Menschen, die sich vernünftig schützen, Kontakte meiden und die Hygieneregeln befolgen, zwingend infiziert werden. Es kann sein, dass sie nur wenig Viren abbekommen, die auch nicht einmal in einer scharfen PCR-Testung auffallen würden, und einen komplett asymptomatischen Verlauf haben. Auch das wäre eine Infektion, wenn auch jenseits der Statistiken.

Da sich mehr und mehr zeigt, dass die Impfungen vor allem den Zweck erfüllen, die Menschen nicht schwer  an Covid-19 erkranken zu lassen, nicht aber den Zweck, sie nachhaltig zu immunisieren, braucht es möglicherweise andere Konzepte zur Infektionsvermeidung. Oder braucht es nicht vielmehr die unterschätzten alten? Die Misere zeigt sich auch darin, dass der Staat von Anfang an dem Maskentragen keine Priorität zukommen ließ. Vor allem nicht dem korrekten Maskentragen.

Jeder kann von der Post zum Getränkeshop und zum Supermarkt fahren, alles im Umkreis von zwei Autominuten, und er macht diese Beobachtungen: Die Postdame trägt gar keine Maske, arbeitet zwar hinter einer Kunststoffglasscheibe (neudeutsch: Spuckschutz), muss aber zur Paketannahme oft zur Seite ausweichen – und hat Nahkontakt zu Kunden. Ist das erlaubt? Im Getränkeshop trägt der Mitarbeiter die Maske unter der Nase. Ebenfalls Nahkontakt, keine Scheibe. Warum unterbindet das niemand? Im Discounter räumt eine Mitarbeiterin Waren ohne Maske in die Regale, manchmal ebenfalls mit Nahkontakt zu Kunden, keine Scheibe. Darf sie das? Nein. Warum stellt niemand sie zur Rede?

In Omikron-Zeiten ist es vermutlich unvermeidlich, dass diese Leute früher oder später zu Verteilstationen von Viren werden, zumal sie den Coronaschutz vermutlich auch in anderen Lebensbereichen lax behandeln. Nun rächt es sich, dass zu Beginn der Pandemie der inkorrekte Sitz von Masken von den Ordnungshütern mit allenfalls höflichen Hinweisen („Könnten Sie vielleicht netterweise …“) beschieden wurde. Nicht wenige Menschen sagen, der Staat hätte gegen Übeltäter nach einer Schonfrist ebenso gesetzeskonform vorgehen sollen wie gegen Menschen, die am Autosteuer mit dem Handy hantieren. Bei Masken wurde und wird bis heute zu viel diskutiert und rumgehampelt, das lag auch an dem eher unprofessionellen Mund-Nasenschutz der pandemischen Frühzeit. Mittlerweile ist die Datenlage, was den Schutz betrifft, auch durch eine neue Studie des Göttinger Max-Planck-Instituts wasserdicht.

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Wer nun mit den Aggressionen der Leute argumentiert, der übersieht, dass die Renitenz der Maskenmuffel nur entstehen konnte, weil nicht von Anfang an für klare Verhältnisse gesorgt wurde. Rechtsfreie Räume entstehen durch Duldung.

Gern erinnern wir hier noch einmal an die Fakten. Die Göttinger Forscher schreiben, dass sogar drei Meter Abstand nicht schützen, wenn jemand ohne oder mit schlechtsitzender Maske in der Atemluft eines Corona-infizierten Menschen steht. Nach fünf Minuten Kontakt liegt die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei fast 100 Prozent. Eine Maske bloß über dem Mund bringt gar nichts, weder für den Eigen- noch für den Fremdschutz. 

Und gern erinnern wir auch noch einmal an die Rechtslage. Wenn jemand eine Maske nicht ordentlich trägt, gilt das als Regelverstoß und kann geahndet werden. Auch, wenn die Maske unter der Nase hängt oder allenfalls deren Spitze bedeckt.

Übrigens ist Maske nicht gleich Maske. Die Analyse der Forscher zeigt, dass dicht abschließende FFP2-Masken im Vergleich zu gutsitzenden OP-Masken 75-mal besser schützen. Gleichwohl reduzieren auch medizinische Masken das Ansteckungsrisiko schon deutlich im Vergleich zu einer Situation ganz ohne Mund-Nasenschutz.

Wer also die Regeln beherzigt, trägt in Omikron-Zeiten wesentlich zur Ausbreitungsverlangsamung bei. Was übrigens eine vorbildliche Maskenkontrolle bringt, zeigte sich dieser Tage beim Gastkonzert des London Symphony Orchestra in der Tonhalle. Im Saal saßen einige Zuhörer, die ihre Maske falsch trugen. Die Tonhalle-Mitarbeiterinnen kamen sofort herbei und mahnten den korrekten Sitz an. Geht doch! In einen solchen Konzertsaal geht man in pandemischen Zeiten gern.