Corona-Impfung Was die Stiko jetzt für Kinder, Erwachsene und Risikogruppen empfiehlt

Düsseldorf · Die Ständige Impfkommission legt ihre neue Empfehlung vor und unterscheidet zwischen drei Gruppen. Unter 18-Jährige brauchen nicht mehr geimpft werden. Für Erwachsene gibt es zwei Empfehlungen. Was Sie jetzt wissen sollten.

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Foto: dpa/Jens Büttner

Die Pandemie ist überwunden, doch das Coronavirus ist noch da und kann auch in neuer Form wiederkommen. Nun hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung vorgelegt, wie die Impfung dauerhaft in den Impfkalender integriert werden soll. Die Empfehlung ist übersichtlich und unterscheidet drei Gruppen.

Was empfiehlt die Stiko für Kinder?

Für Menschen bis 18 Jahren gibt die Stiko keine Impfempfehlung mehr ab: „Gesunden Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird aufgrund der Seltenheit schwerer Verläufe jetzt keine Covid-19-Impfung mehr empfohlen“, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstag mit. Kinder sollen also nicht mehr geimpft werden - es sei denn, sie gehören etwa wegen einer chronischen Erkrankung zu einer Risikogruppe. Die Stiko sieht zwar weiterhin kein erhöhtes Risiko bei einer Impfung für Kinder, wie ihre Mitglieder ausdrücklich betonen. Sie sieht aber eben auch kein erhöhtes Risiko bei einer Infektion. Das heißt: Weil bei den meisten Kindern der Verlauf so harmlos war, kommen die Experten in der Kosten-Nutzen-Abwägung dazu, keine Impfempfehlung mehr auszusprechen.

Was empfiehlt die Stiko für Erwachsene bis 59 Jahre?

Gesunden dieser Altersgruppe empfiehlt die Stiko eine Grundimmunisierung, die aus drei immunologischen Kontakten bestehen soll. Das sollten mindestens zwei Impfungen sein. Der dritte Kontakt mit dem Antigen kann in einer dritten Impfung oder einer Infektion bestehen. Die Empfehlung gilt für Menschen, die keiner Risikogruppe angehören. Sie bedeutet, dass diese Bürger keine regelmäßige Auffrischung brauchen, für den nächsten Winter ist bei vielen also keine neue Impfung nötig. Zu dieser Gruppen zählen auch Schwangere.

Was empfiehlt die Stiko ab 60 Jahren und Risikopatienten?

Menschen ab 60 Jahren und nicht-gesunde Menschen aller Altersklassen ab sechs Monaten brauchen hingegen laut Stiko eine regelmäßige Auffrischung. Denn sie haben ein Risiko für einen schweren Verlauf. Man empfiehlt künftig „eine jährliche Auffrischimpfung für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf (Personen ab 60 Jahre, Personen ab sechs Monaten mit relevanten Grunderkrankungen, Bewohner von Pflegeeinrichtungen) sowie für Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko (medizinisches und pflegerisches Personal)“, so das RKI weiter. Zusätzlich zur Grundimmunisierung (drei Impfungen/Kontakte) sollen sie also regelmäßig gegen Corona geimpft werden. Zu dieser Gruppen gehören auch Risikopatienten. Dazu zählen etwa Menschen mit Immunsuffizienz (wie Transplantierte), mit chronischen Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen, mit Demenz und Krebskranke unter einer Therapie, die das Immunsystem unterdrückt.

Ab wann gilt die Empfehlung?

Die Wissenschaftler der Stiko haben ihre Empfehlung in den vergangenen Wochen erarbeitet und geben sie nun in das so genannte Stellungnahme-Verfahren. Binnen zwei Wochen können sich dann andere Experten in Wissenschaft und Politik dazu äußern. Erst danach wird die Empfehlung offiziell, sie soll dann langfristig gelten. Zuvor hat die Stiko in 25 Aktualisierungen ihre Empfehlungen jeweils angepasst. Auch die jetzige Empfehlung gilt unter der Prämisse, dass es bei Omikron- oder ähnlich harmlosen Varianten bleibt. Sollte eine neue Virusvariante auftreten, die besonders krank macht, könnte die Stiko ihre Empfehlung erneut anpacken.

Sollte man seinen Antikörperspiegel testen lassen?

Nein, davon hält die Stiko nichts. „Es ist nicht bekannt, ab welchem Wert von einem ausreichenden Schutz vor der Erkrankung ausgegangen werden kann“, haben die Experten schon früher erklärt. Zudem gebe es auch keine Sicherheitsbedenken, wenn man sich erneut impfen lässt, obwohl noch Immunität besteht.

Wie machen es andere Länder?

Großbritannien und die USA haben bereits vereinfachte Empfehlungen zum Impfen für die verschiedenen Altersgruppen herausgegeben.

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