Omikron auf dem Vormarsch 2000 Apotheker im Rheinland wollen impfen

Düsseldorf · Die neue Impfverordnung ist da: Schon bald wollen 2000 Apotheker im Rheinland mitmachen. Bis zum Impfstart werden aber noch etwa zwei Wochen vergehen. Die Apotheken müssen den Impfstoff erst bestellen.

 Jetzt dürfen auch Apotheker gegen Omikron impfen.

Jetzt dürfen auch Apotheker gegen Omikron impfen.

Foto: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände/ABDA

Omikron ist weiter auf dem Vormarsch. In NRW gingen mindestens 18 Prozent der gemeldeten Fälle auf die besonders ansteckende Variante zurück, teilte das Landesgesundheitsministerium mit. Vermutlich sogar mehr: Es sei davon auszugehen, dass nicht alle Omikron-Fälle auch als solche gemeldet würden. Nun ist ein Streit ausgebrochen, ob die handelsüblichen Schnelltests Omikron-Infektionen auch erkennen. Bundes­gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Zweifel: „Wir wissen nicht genau, wie diese Tests für Omikron wirken“, sagte er in der ARD. Daher habe er veranlasst, die vorhandenen Tests auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Er habe das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beauftragt, „eine Positivliste vorzu­bereiten mit Tests, die Omikron gut erkennen“.

Das Institut reagierte verwundert: In Deutschland gebe es keine Schnelltests zu kaufen, die das Label „unzuverlässig“ verdienten, erklärte PEI-Chef Klaus Cichutek. Das Institut habe auch bereits eine Liste mit Tests veröffentlicht, die über eine „erhöhte Sensitivität“ verfügten. Laut PEI haben 199 Tests die Prüfung bestanden und 46 nicht. Die Tests, die die höheren Anforderungen nicht erfüllten, würden in Deutschland nicht verkauft, weil sich Testzentren, Apotheken und Discounter an der Liste orientierten.

Auch der Apothekerverband Nordrhein sieht keinen Anlass zur Sorge: „Die aktuell vermittelte Unsicherheit ist unbegründet. Nahezu alle vom PEI bisher geprüften Antigen-Schnelltests in Deutschland weisen auch sehr gut das Omi­kron-Virus nach“, sagte Verbandschef Thomas Preis. „Die Tests weisen das N-Protein des Coronavirus nach. Das ist auch beim Omikronvirus kaum verändert und somit durch Tests gut zu erkennen.“ In der Gebrauchsinformation sei vermerkt, ob der Test das N- oder S-Protein nachweise. In der aktuellen Phase der Pandemie seien Tests und Bürgertests nicht wegzudenken.

In der Tat nimmt die Zahl der Teststellen zu. Denn für Veranstaltungen im Sport- und Freizeitbereich wie für den Besuch von Schwimmbädern und Fitnessstudios wird bisher noch zusätzlich zur Impfung ein aktueller Test benötigt. In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit nach Angaben des Ministeriums 5248 Testzentren, wo Bürger einen für sie kostenlosen Antigentest machen können. Zeitweise war die Zahl der Teststellen eingebrochen.

Bisweilen wundern sich Bürger aber, wie oberflächlich in manchen Testzentren getestet wird. Für Beschwerden sind die Gesundheitsämter zuständig, die die Teststellen auch beaufsichtigen. „Eine Überprüfung der Einrichtungen mit Blick auf deren Leistungsqualität oder Hygiene wird von den Gesundheitsämtern vorgenommen – ebenso wie eine etwaige Schließung von Teststellen aufgrund von entsprechenden Verstößen“, erklärte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV), die selbst nur für die Abrechnung der Teststellen zuständig ist. Das Land kündigte an, die Teststellen über eine neue Test-Liste des PEI zu informieren: „Sobald die Positivliste verfügbar ist, werden wir die Teststellen informieren“, so die Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

Um das Tempo beim Impfen zu erhöhen, haben sich Bund und Länder auf die Einbeziehung der Apotheker verständigt. Am Montag wurde die neue Impfverordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie tritt am heutigen Dienstag in Kraft. Der Chef des Apothekerverbands geht davon aus, dass die Apotheken rasch loslegen: „Im Rheinland sind bereits 1000 Apotheker in 500 Apotheken bereit, die Impfungen durchzuführen. Sie sind schon im Rahmen der Grippeimpfungen geschult worden.“

Das Interesse sei groß: „Wir rechnen damit, dass bis zum Februar noch weitere 1000 Apotheker geschult werden“, so Preis. In spätestens 14 Tagen soll es losgehen: „Bis zum Impfstart in den Apotheken werden noch etwa ein bis zwei Wochen vergehen. Die Apotheken müssen jetzt erst einmal Impfstoffe bestellen“, sagte Preis. Apotheker sollen für das Impfen die gleichen Honorare erhalten wie Ärzte. Auch in anderen Ländern impfen sie bereits gegen Corona. „Bei einer erneuten Booster-Kampagne wird das zusätzliche Impfangebot der Apotheken eine wichtige Rolle spielen“, betonte der Verbandschef.

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