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Corona-Impfung NRW: Welche Berufsgruppen ab Donnerstag einen Termin buchen können

Anmeldung fürs Impfzentrum : NRW öffnet ab Donnerstag Impfungen für bestimmte Berufsgruppen

Die Impfkampagne in NRW gewinnt immer mehr an Fahrt. Ab Donnerstag dürfen sich nun zum Beispiel auch Beschäftigte im Einzelhandel impfen lassen. Über 60-Jährige verweist NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann an die Arztpraxen im Land.

Nordrhein-Westfalen öffnet schon ab dem morgigen Donnerstag die Impfkampagne für weitere Berufsgruppen. Die Impfpriorisierungsgruppe 3 werde nun per Erlasse geöffnet, kündigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf an.

Termine können dann unter anderem von Impfwilligen vereinbart werden, die im Lebensmitteleinzelhandel, in der Justiz, der Steuerfahndung oder an weiterführenden Schulen beschäftigt sind. Das Gleiche gilt etwa auch für Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren sowie für Eltern schwer chronisch kranker Minderjähriger, die selbst nicht geimpft werden können.

Gebucht werden kann ab 8 Uhr morgens über die Portale der Kassenärztlichen Vereinigungen in einem Impfzentrum. Online ist das möglich unter www.116117.de sowie telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117 oder die zusätzlichen regionalen Rufnummern 0800 116 117 02 für Westfalen-Lippe und 0800 116 117 01 für das Rheinland.

In den Impfzentren werde es allerdings zunächst kein Angebot für über 60-Jährige außerhalb dieser speziellen Berufsgruppen geben, obwohl sie eigentlich derselben Priorisierungsgruppe 3 angehörten, erklärte Laumann. Sie könnten sich aber in den Arztpraxen mit Astrazeneca impfen lassen. Damit hätten sie einen guten Zugang zu einem wirksamen und für die Altersgruppe geeigneten Impfstoff.

Ab der zweiten Maihälfte könnten zusätzlich Beschäftigte der Polizei sowie der Berufs- und freiwilligen Feuerwehr sowie des Katastrophenschutzes einen Termin im Impfzentrum vereinbaren, kündigte Laumann an. Auch die gezielten Impfungen in sozial benachteiligten Stadtteilen würden fortgesetzt.

Ansonsten werde der Mai vor allem der Monat der Zweitimpfungen sein. Der schnelle Anstieg der Erstimpfungen im April werde sich so nicht fortsetzen lassen.

Für die Impfung der Menschen in sozialen Brennpunkten will das Land Nordrhein-Westfalen außerdem hunderttausend zusätzliche Impfdosen zur Verfügung stellen. Der Impfstoff müsse dahin gebracht werden, "wo es jetzt am notwendigsten ist", sagte Laumann. Bei 70.000 der Dosen soll es sich um das Präparat des Herstellers Johnson & Johnson handeln, das nur einmal verimpft werden muss.

Wenn die Infektionszahlen in stark sozial benachteiligten Stadtteilen hoch blieben, habe das auch negative Auswirkungen auf die gesamte Stadt, begründete Laumann den Schritt. Gemeinsam mit den Kommunen soll in den kommenden Tagen eine "intelligente Idee" für einen Verteilungsschlüssel gesucht werden. Bei der Verteilung des Impfstoffs könne nicht nur nach der Arbeitslosenquote oder der Sieben-Tage-Inzidenz gegangen werden.

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Bis zum 31. Mai soll außerdem den Bewohnern von Flüchtlingsheimen in NRW ein Impfangebot gemacht werden. Das geht aus dem Impferlass hervor, der am Mittwoch den Kommunen zugeleitet worden ist.

Die Städte und Kreise sollen sich dafür aus den „bereits zugewiesenen Impfstoffkontingenten“ bedienen. „Sofern vorhanden, können hierzu auch Restmengen des Impfstoffs der Firma Johnson & Johnson verwendet werden“, heißt es in dem Erlass. Für die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes stünden gesonderte Impfstoffmengen zur Verfügung.

(th/dpa)