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Corona-Impfung NRW: Wann wird mit den Impfungen begonnen?

Lieferung, Hotline, Mutation : So viele Impfdosen bekommt NRW in der ersten Lieferung

Deutschland erwartet 150.000 Impfdosen am zweiten Weihnachtstag. Biontech baut die Produktion aus und ist zuversichtlich, dass der Impfstoff auch gegen die Mutation aus Großbritannien hilft. Krankenkassen bieten Hotlines an.

Am Montag hat Biontech die Zulassung erhalten, am 26. Dezember soll der erste Impfstoff in Deutschland und auch in Nordrhein-Westfalen ausgeliefert werden. Bundesweit werden dann gut 150.000 Dosen erwartet. NRW soll laut Gesundheitsministerium zunächst 9750 Impfdosen erhalten. Der Impfstoff geht in die 25 gut geschützten Verteilzentren in Deutschland und werden von dort in die regionalen Impfzentren weiter verteilt.

Wann wird mit den Impfungen begonnen? Am 27. Dezember werden die ersten Bürger in NRW geimpft. Doch mit 9750 Dosen fällt die erste Lieferung von Biontech gering aus, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein erklärt. Der Impfstoff solle gleichmäßig verteilt werden. Danach erhält die Region Nordrhein für den ersten Impftag rund 5000 Dosen, etwa 180 pro Kreis und kreisfreie Stadt. Die ersten Impfungen fänden in Alten- und Pflegeheimen statt, die die Kommunen ausgewählt haben. Weitere größere Lieferungen seien für die Woche zwischen Weihnachten und Silvester sowie für den Januar angekündigt, teilte die KV weiter mit. „Die Mengen an Impfstoff sollen dann ausreichen, um den Betrieb der 53 NRW-Impfzentren aufzunehmen.“

Die Terminvergabe für die Impfzentren, die unter der Hotline 116 117 erfolgen wird, ist noch nicht gestartet. Die KV Nordrhein bittet die Bürger, von Anrufen mit Terminwünschen abzusehen. Sie würden über den Start der Terminvergabe noch informiert. Nach der Terminvereinbarung über die 116 117 erhalten die Impfberechtigten Post mit der Terminbestätigung und weiteren Unterlagen, die sie zum Impftermin mitbringen sollen, erklärte die KV weiter. Eine genaue Auflistung, welche Kommune wann wie viel Impfstoff bekommt, lesen Sie hier.

Was ist mit Pflegebedürftigen? Noch offen ist, was mit Pflegebedürftigen passiert, die nicht in einem Heim wohnen, aber andererseits auch nicht mobil genug sind, um ein Impfzentrum aufzusuchen. Die Eigenschaften des Biontech-Impfstoffes, der auf minus 70 Grad gekühlt werden muss, ließen es nicht zu, dass Ärzte von Haus zu Haus gingen, um das Vakzin zu verabreichen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Deutschlandfunk.

Wie viel kann Biontech liefern? Die Mainzer Firma Biontech, die als erstes eine Zulassung für die Europäische Union erhalten hat, geht davon aus, dass sie bis Jahresende 12,5 Millionen Impfdosen in die EU liefern kann. Da jeder zweimal geimpft werden muss, reicht dies für gut sechs Millionen Menschen. Bis Jahresende sollen allein 1,3 Millionen Dosen nach Deutschland gehen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter erklärte. Im Januar sollen jede Woche 670.000 Dosen folgen.

Kann Biontech die Produktion ausweiten? Ja. Biontech hat schon vor der Zulassung mit der Produktion begonnen und kann deshalb so rasch mit der Auslieferung starten. Zugleich versucht das Mainzer Unternehmen, seine Produktion auszuweiten. Es hat im Herbst eine Anlage des Schweizer Konzerns Novartis in Marburg übernommen, die nun umgerüstet ist. Diese Anlage soll nun bereits im Februar die Produktion aufnehmen, teilte Biontech am Dienstag mit.

Wo können sich Bürger informieren? Die Terminvergabe für die Impfzentren erfolgt in NRW später über die Nummer 116117. Noch aber ist der Startschuss nicht gefallen. Mehrere Krankenkassen haben aber Hotlines eingerichtet, bei denen sich Bürger informieren können. Die Barmer bietet Informationen rund um die Uhr unter 0800 -8484111 an. „Dabei geht es nicht nur darum, wer wann und wo geimpft wird. Sondern auch darum, wie sicher die Impfung ist oder wer die Kosten übernimmt“, sagte Heiner Beckmann, Landes-Chef der Barmer. Auch die AOK bietet Hilfe an. „Unter der kostenfreien bundesweiten Servicenummer 0800 0 326 300 informiert ein 55-köpfiges Team aus Ärzten und medizinisch ausgebildetem Fachpersonal rund um die Uhr zur Corona-Impfung“, erklärte die AOK.

Schützt der Biontech-Impfstoff auch gegen die Mutation aus Großbritannien? Infektiologen wie Marylyn Addo, aber auch Biontech-Chef Ugur Sahin sind optimistisch, dass der Impfstoff auch gegen Mutanten wirkt. Das Protein, das Biontech bei der Impfung nutzt, bestehe aus über 1270 Aminosäuren. Davon seien jetzt neun mutiert, also noch nicht einmal ein Prozent, sagte Sahin der dpa. „Unser Impfstoff sieht das ganze Protein und bewirkt multiple Immunantworten. Dadurch haben wir so viele Andockstellen, dass das Virus schwer entkommen kann.“ Sahin geht davon aus, dass bis Herbst 2021 zwischen 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung geimpft werden könnten.