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Corona-Impfung: Jens Spahn rechnet mit Impfbeginn in diesem Jahr

Mögliche Zulassung vor Weihnachten : Spahn rechnet mit Impfbeginn in diesem Jahr - Wieler mahnt zur Einhaltung der Corona-Regeln

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet damit, dass zum Jahresende mit dem Impfen begonnen werden kann - einer Notzulassung erteilte er eine klare Absage. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, appelliert eindringlich an die Bevölkerung, den Lockdown ernst zu nehmen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Forderungen nach einer Notzulassung eines Impfstoffs gegen Covid-19 eine klare Absage erteilt. Es gehe ihm um eine ordentliche, gründliche und zügige Zulassung, so Spahn am Dienstag in Berlin. Entscheidend sei, dass die Bevölkerung Vertrauen habe in die Sicherheit eines Impfstoffs und sich viele impfen ließen. „Nichts ist wichtiger beim Impfen als Vertrauen in den Impfstoff“, betonte Spahn. Zudem sei es wichtig, den Weg zur Zulassung eines Impfstoffs in Europa gemeinsam zu gehen.

Er rechne damit, dass zum Jahresende mit dem Impfen begonnen werden könne. Medienberichten zufolge will die europäische Zulassungsbehörde EMA den Impfstoff von Biontech und Pfizer am 23. Dezember zulassen. Dies sei eine sehr gute Nachricht, so Spahn. Die Rechtsverordnung auf Basis der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) werde sobald die finale Stiko-Empfehlung vorliege überarbeitet.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), und auch über die Weihnachtstage die Kontakte möglichst zu reduzieren. Die Zahl der Todesfälle werde mit Sicherheit noch weiter steigen. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek schloss sich Wielers Appell an und ergänzte, dass es eine falsche Haltung sei, sich nur an der Auslastung der Intensivbetten zu orientieren.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, betonte, dass die Prioritäten sich nicht gegenseitig ausschlössen. Es müsse nicht gewartet werden, bis die eine Gruppe durchgeimpft sei, sondern es könne durchaus auch parallel geimpft werden. An der Priorisierung würde zugleich auch festgehalten, wenn wider Erwarten deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung stünde. Bei der Impfkampagne zählten der Start und das Vertrauen der Bevölkerung in den Impfstoff.

Buyx warnte zudem davor, eine übereilte Zulassung als das einzige Mittel gegen das Virus zu sehen. Auch die bestehenden Maßnahmen schützten vor einer Infektion. Zugleich wies die Medizinethikerin darauf hin, dass auch mit der Impfkampagne die Hygiene- und Schutzmaßnahmen für alle gültig blieben. Da bislang nicht ausgeschlossen werden könne, dass ein Geimpfter niemanden mehr anstecke, müssten sich alle weiter an die Maßnahmen halten.

Die FDP-Bundestagsfraktion hatte zuvor einen Gesetzentwurf zur Priorisierung bei der Impfung gegen Covid-19 vorgestellt. Es sei wichtig, bei einem solch schwierigen Thema mit einer so hohen Grundrechtsrelevanz eine fundierte rechtliche Grundlage zu schaffen, erklärte der FDP-Abgeordnete Michael Theurer. Es gebe bereits Streit darum, wer angesichts der zunächst stark begrenzten Anzahl an Impfdosen zuerst geimpft werde. Umso wichtiger sei es, bei der Priorisierung nicht auf eine Verordnung zu setzen, sondern das Parlament einzubinden.

(ahar/kna)