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Corona-Impfstoff: Merkel und Müller fordern Ausbau globaler Produktion

Kanzlerin sieht Welt als „Schicksalsgemeinschaft“ : Merkel und Müller wollen Ausbau globaler Impfstoff-Produktion stärken

Kanzlerin Merkel sieht die Welt als Schicksalsgemeinschaft. Globale Zusammenarbeit sei wichtig. Das gelte nicht nur für die Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) haben sich erneut für einen möglichst raschen Ausbau der globalen Covid-19-Impfstoff-Produktion ausgesprochen. Merkel erklärte am Freitag beim sogenannten Global Solutions Summit, dass die führenden Industrie- und Schwellenländer der G20 gefragt seien, diesen Aufbau voranzubringen. Es fehlten nicht nur finanzielle Mittel für die Verteilung von Impfstoff, sondern auch für Produktionskapazitäten.

„Die Welt ist eine Schicksalsgemeinschaft“, sagte Merkel. Dies gelte bei Herausforderungen wie der Corona-Pandemie, dem Klima oder nachhaltiger Entwicklung. Die Pandemie zeige, dass nationale Ansätze bei Weitem nicht ausreichten. Es gehe darum, allen, auch den ärmsten Ländern, Zugang zu Impfstoff, Medikamenten und Tests zu ermöglichen. Zugleich betonte Merkel, dass die Anreize für Unternehmen zu Forschung und Entwicklung hochgehalten werden müssten. Dabei spiele Patentschutz eine wichtige Rolle. Produktionskapazitäten sollten mithilfe von Lizenzen aufgebaut werden.

Entwicklungsminister Müller sagte, Corona werde nicht in einem Jahr vorbei sein, da das Virus mutiere. „Wir müssen deshalb vorausschauend planen und Impfstoff-Produktionsstätten weltweit ausbauen“, wurde Müller in einer Mitteilung des Ministeriums zitiert. Deutschland stehe bereit, Partnerländer beim Aufbau der Impfstoff-Logistik und einer eigenen Impfstoff-Produktion zu unterstützen. Ein konkretes Ziel sei es beispielsweise, Südafrika zu einem Produktionsstandort für das gesamte südliche Afrika auszubauen. Dazu wolle man Kredite für eine Anschubfinanzierung bereitstellen. Dies helfe mehr als Patente einfach nur freizugeben.

(c-st/kna)