1. Panorama
  2. Coronavirus

Corona-Impfstoff: Fortschritt bei Biontech laut Spahn "sehr ermutigend"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn : Impfstoff-Fortschritt bei Biontech ist „sehr ermutigend“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich erfreut ob der Fortschritte der Firma Biontech bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes gezeigt. Außerdem forderte er, Risikogruppen zuerst zu impfen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Fortschritte des Mainzer Unternehmens Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer bei einem Corona-Impfstoff als „sehr ermutigend“ bezeichnet. Die Unternehmen hatten zuvor mitgeteilt, ihr Impfstoff biete nach Studiendaten einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Voraussichtlich ab der kommenden Woche soll die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden.

Spahn sagte, die Ergebnisse zeigten, „dass dieser Impfstoff einen Unterschied macht“. Es freue ihn sehr, dass ein deutsches Unternehmen zu den ersten mit solchen Erfolgen zähle. Gleichwohl müssten natürlich weitere Erfahrungen abgewartet werden. „Das heißt noch nicht, dass morgen die Zulassung erfolgt.“

Spahn erläuterte, eine Zulassung bei der FDA wäre zuerst einmal eine Zulassung in den USA. „Es kann dadurch eine zeitliche Differenz entstehen zwischen amerikanischer und europäischer Zulassung.“ Doch gehe er von einer parallelen Beantragung bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA aus. Als deutscher Gesundheitsminister wolle er erreichen, dass ein Impfstoff eines deutschen Unternehmens „nicht zuerst in anderen Ländern zur Verfügung steht“.

Es ist wichtig, dass wir zuerst diejenigen schützen sollten, die das höchste Risiko haben", sagte Spahn am Montag in Berlin. Gleiches gelte für diejenigen im Gesundheitswesen und Pflege, "die sich um diese Risikogruppen kümmern" und für alle "die das öffentliche Leben am laufen halten".

Auch äußerte er sich zu den am Montagmorgen vorgestellten Empfehlungen des Deutschen Ethikrats, der Ständigen Impfkommission und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Diese hatten empfohlen, zuerst Deutschland Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu impfen. Die Empfehlunge seien eine "gute Grundlage" für die nun erforderlichen politischen Entscheidungen. Die Bundesregierung plant gegen das Coronavirus den Aufbau von 60 Impfzentren, die durch mobile Impfteams ergänzt werden sollen. Der Minister hob hervor, Entscheidungen über die Impf-Reihenfolge müssten dabei jeweils die Behörden vor Ort treffen.

Als Ziel nannte Spahn eine Durchimpfung von mindestens 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung, um so die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Eine Impfpflicht stehe aber nicht zur Diskussion. Grundsätzlich äußerte sich der Minister mit Blick auf die Verfügbarkeit eines Impfstoffs optimistisch: "Stand heute wird es wahrscheinlich so schnell wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte einen Impfstoff gegen ein neues Virus geben können.“

(sed/dpa/AFP)