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Corona-Impfstoff: 2022 erste Impfstoffproduktion von Biontech & Pfizer in Afrika

Weltweite Impfstrategie : 2022 erste Impfstoffproduktion von Biontech und Pfizer in Afrika

Das Werk einer Firma in Kapstadt soll den Kontinent mit dem Corona-Vakzin versorgen. Dort sind bislang weniger als zwei Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft.

Eine südafrikanische Firma mit Sitz in Kapstadt beginnt im kommenden Jahr mit der Produktion des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Wie Pfizer am Mittwoch weiter mitteilte, wird das Vakzin damit erstmals in Afrika hergestellt. Das Biovac Institute werde den Impfstoff zum Vertrieb auf dem Kontinent produzieren, hieß es. Afrika verzeichnet aktuell einen Anstieg der Infektionszahlen und leidet unter Impfstoffmangel.

Biovac werde Inhaltsstoffe für das Vakzin aus Europa erhalten und die einzelnen Komponenten mischen, in Glasfläschchen abfüllen und zur Verteilung verpacken. Die Produktion soll demnach 2022 beginnen. Ziel sei, jährlich mehr als 100 Millionen fertige Dosen zu produzieren. Biovac soll die 54 Länder Afrikas beliefern.

Die Entwicklung sei „ein wichtiger Schritt“, um Afrika besseren Zugang zu einem wirksamen Corona-Impfstoff zu verschaffen, sagte Biovec-Chef Morena Makhoana. Pfizer-CEO Albert Bourla sagte, Ziel sei, Menschen überall auf der Welt Zugang zu dem Impfstoff zu ermöglichen.

Südafrika stützt sich bei seiner Impfkampagne auf das Vakzin von Biontech und Pfizer. Das Land hat 40 Millionen Dosen gekauft, die nach und nach wöchentlich geliefert werden. Der Impfstoff von Johnson & Johnson wird bereits in Südafrika produziert und von dort auf dem afrikanischen Kontinent vertrieben.

Die Impfraten in Afrika sind bislang niedrig. Weniger als zwei Prozent der Bevölkerung des Kontinents sind nach Angaben der Afrikazentren für Krankheitskontrolle und Vorbeugung aktuell mindestens einmal geimpft. Südafrika will etwa 67 Prozent seiner Bevölkerung bis Februar 2022 geimpft haben. Bis Mittwoch erhielten mehr als 5,5 Millionen der 60 Millionen Menschen im Land mindestens eine Impfdosis, mehr als 1,4 Millionen sind vollständig geimpft.

Das Covax-Programm der Vereinten Nationen, das ärmere Länder mit den rettenden Vakzinen versorgt, verläuft nur schleppend. Seit Februar wurden darüber weltweit nur 200 Millionen Impfdosen verteilt, während allein die USA unter ihrer Bevölkerung mehr als 338 Millionen Dosen verabreicht haben.

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Die meisten der zugesagten Dosen werden erst im kommenden Jahr in den Zielländern eintreffen. Die Gruppe der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) hat eine Spende von einer Milliarden Impfdosen zugesagt, benötigt werden für einen weltweiten Schutz vor Covid-19 laut Weltgesundheitsorganisation aber elf Milliarden.

(june/dpa)