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Corona-Impfpflicht - In welchen Ländern gilt die Impfpflicht? Überblick weltweit

Corona-Pandemie : In diesen Ländern gibt es eine Impfpflicht

Die Impfquote in Deutschland ist zu gering, die Zahl der Neuinfektionen steigt massiv. Zumindest für Berufsgruppen im medizinischen und pflegerischen Bereich hat der Bundestag ab dem 15. März eine Impflicht beschlossen. In anderen Ländern gilt bereits eine generelle Impfpflicht. Ein Überblick.

Eine Corona-Impfpflicht als Mittel gegen die Pandemie wird in vielen Ländern diskutiert. Oftmals – wie etwa in Deutschland – werden dabei aber nur bestimmte Berufsgruppen wie Pflegekräfte oder Schulpersonal in den Blick genommen. Einige Länder haben die Pflicht in der einen oder anderen Form schon eingeführt:

Impfpflicht für alle Erwachsenen

Angesichts der dramatischen Corona-Zahlen hat Österreich seine Einreisebestimmungen verschärft, um die Omikron-Variante des Coronavirus einzudämmen. Wer dreifach gegen Corona geimpft ist, kommt noch ohne Weiteres ins Land. Ansonsten gilt seit dem 20. Dezember die 2G plus-Regel. Das heißt konkret: Nur noch Reisende mit Booster-Impfung kommen ohne Komplikationen über die Grenze, zweifach Geimpfte benötigen zusätzlich einen aktuellen Test. Für alle Österreicher ab 14 Jahren soll ab Februar eine Impfpflicht kommen. Bei Verstoß drohen Strafen von bis zu 3600 Euro.

Eine Impfpflicht gibt es auch im zentralasiatischen Tadschikistan. Das weitgehend isolierte Turkmenistan zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die offiziell noch keinen einzigen Corona-Fall gemeldet haben. Dennoch gilt in dem zentralasiatischen Land eine Corona-Impfpflicht für alle Bewohner ab 18 Jahren „ohne medizinische Kontraindikation“.

Im kleinsten Land der Welt, dem Vatikan, wurde bereits am 8. Februar eine Impfpflicht für alle Bewohner und dort beschäftigten Angestellten eingeführt. Die Strafen bei einem Verstoß reichen theoretisch bis hin zur Entlassung. Dies führte schon zur freiwilligen Dienstquittierung und sogar Entlassung einiger Schweizergardisten.

In Ecuador müssen sich sogar alle ab 5 Jahren impfen lassen, laut WHO haben in dem Land bereits fast 88 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens zwei Impfungen erhalten. Auch in Indonesien drohen hohe Geldstrafen für all jene, die sich nicht impfen lassen. Strafen von bis zu 300 Euro entsprechen dem Doppelten des durchschnittlichen Monatseinkommens.

Impfpflicht für bestimmte Gruppen

Einige Länder und Gebiete haben eine Corona-Impfpflicht nur für bestimmte Bevölkerungs- oder Berufsgruppen erlassen.

In den USA verkündete Präsident Joe Biden am 9. September eine Impfpflicht für alle Mitarbeiter von Bundesbehörden sowie für Mitarbeiter von Auftragnehmern der Regierung. Ausnahmen für die Impfpflicht gibt es nur aus religiösen und medizinischen Gründen. Beschäftigte haben 75 Tage Zeit, um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten. Wer dem nicht nachkommt, wird zum Beratungsgespräch in die Personalabteilung zitiert, in letzter Konsequenz könnte es zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses kommen. Auch Mitarbeiter von staatlich geförderten Pflegeheimen und in von der Bundesregierung kontrollierten Schulen kommen um das Impfen nicht mehr herum. Auch für Mitglieder der US-Streitkräfte besteht seit dem 15. September eine Corona-Impfpflicht. Am 1. November lief eine Frist ab, die New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio den Feuerwehrleuten und Polizisten seiner Stadt gesetzt hatte.

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In Kanada besteht eine Impfpflicht für die 300.000 Bundesbeamten. Bei Nichteinhaltung drohen diesen ab Mitte November Entlassungen. Die Impfpflicht gilt bereits auch für alle Zug-, Flug- und Schiffsreisenden.

Costa Rica hat eine Impfung gegen das Coronavirus in die Liste der Pflichtimpfungen für alle Minderjährigen aufgenommen. Diese Impfflicht gelte für alle Kinder und Jugendlichen, die jünger als 18 Jahre alt seien, teilte das Gesundheitsministerium des mittelamerikanischen Landes am 5. November mit.

In Frankreich gilt seit dem 15. September eine Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen, Pflegediensten sowie für Mitarbeiter von Rettungsdiensten, der Gendarmerie und der Feuerwehr. Insgesamt sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte davon betroffen. Ab Mitte Januar soll zudem ein negativer Test nicht mehr ausreichen, um etwa ins Restaurant oder ins Kino zu gehen. Auch in Belgien herrscht Impfpflicht für Gesundheitspersonal.

In Griechenland wurde die Corona-Impfung Mitte August Pflicht für das Personal von Altenheimen, für den Gesundheitsbereich trat sie am 1. September in Kraft. Das Gesetz sieht vor, dass jene Beschäftigte im Gesundheitssektor, die noch ungeimpft sind, ohne Gehalt von der Arbeit freigestellt werden. Zusätzlich hat Griechenland am 17. Januar die Impfpflicht auf alle über 60-Jährigen ausgeweitet - bei empfindlichen Strafen. Beginnend mit 50 Euro werden danach 100 Euro monatlich fällig für jene, die die Impfung verweigern.

In Italien sind Ärzte und anderes medizinisches Personal ebenso wie Beschäftigte in Schulen, bei der Polizei und beim Militär zur Immunisierung verpflichtet. Am 10. Oktober wurde die Regelung auf die Mitarbeiter von Altenheimen ausgeweitet. Ebenfalls gilt seit Anfang Oktober für alle Arbeitnehmer eine „Green Pass“-Pflicht, die von jedem verlangt einen Geimpften-, Genesenen- oder Getesteten-Nachweis vorzulegen. Seit dem 8. Januar sind zusätzlich alle über 50-Jährigen zur Impfung verpflichtet. Sie haben nun bis zum 15. Juni Zeit, sich die nötigen Impfungen abzuholen.

Ihre Entlassung riskieren auch alle Berufssoldaten in Lettland, die nicht vollständig gegen Corona geimpft sind. Seit Oktober gilt für alle Beschäftigten im Gesundheits- und Bildungswesen eine Impfpflicht, andernfalls müssen Arbeitnehmer mit Entlassung rechnen. Parlamentsabgeordnete, die sich nicht impfen lassen, kann in Lettland sogar das Wahlrecht entzogen und das Gehalt gekürzt werden. Unternehmen dürfen Arbeitnehmer entlassen, die sich der Impfung verweigern und nicht bereit sind, auf einen anderen Arbeitsplatz zu wechseln.

Die Regierung in Großbritannien beschloss eine Impfpflicht für das Personal von Seniorenheimen ab dem 11. November. Zudem gilt die Impfpflicht für medizinisches Personal im Dienst des nationalen Gesundheitsdienstes NHS.

Für Ungarn kündigte Regierungschef Viktor Orban Mitte Juli eine Impfpflicht für das Pflegepersonal an. Zwischenzeitlich teilte Kanzlerlamtsminister Gergely Gulyas mit, dass Arbeitgeber künftig selbst von ihren Mitarbeitern Corona-Schutzimpfungen verlangen dürfen. Angestellte staatlicher Einrichtungen dürfen seit Jahresbeginn nur noch geimpft unterrichten. Impfverweigerer können für ein Jahr in unbezahlten Urlaub geschickt werden.

In Russland gilt im Moskauer Raum eine Impfpflicht für Beschäftigte im Handel, im Verkehrswesen, im Dienstleistungs- und Gaststättengewerbe sowie für alle Menschen, deren Arbeit mit dem Kontakt zu Menschen verbunden ist. Bis zum 10. Dezember sollen mindestens 80 Prozent der Arbeitnehmer vollständig geimpft sein, wie das regionale Gesundheitsministerium berichtete. In Slowenien wurde eine Impfpflicht für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes eingeführt.

Im zentralasiatischen Kasachstan muss sich der Großteil der Arbeitnehmer impfen lassen, der beruflich mit anderen Menschen in Kontakt kommt. Eine Impfpflicht oder obligatorische wöchentliche Tests gelten für alle, die in Gruppen von mindestens 20 Personen arbeiten.

In Pakistan dürfen nur Geimpfte Zutritt zu Ämtern, Restaurants, Einkaufszentren und Parks erhalten. Auch ist Geimpften die Nutzung von Zügen oder Inlandsflügen vorbehalten. Staatsbedienstete müssen schon seit Ende Juni vollständig geimpft sein.

In Simbabwe wurde am 15. September verkündet, dass ungeimpfte Beamte ihren Hut nehmen müssen. Kürzlich gab das Land bekannt, dass alle öffentlich Beschäftigten sich impfen lassen müssen.

Im westafrikanischen Gambia gilt eine Impfpflicht für Mitarbeiter der Tourismusbranche.

Im zentralafrikanischen Äquatorialguinea müssen sich Soldaten, Beschäftigte im Gesundheitsbereich und Lehrer impfen lassen.

(top/mba/desa/aja/bsch/AFP/dpa)