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Corona: Hoffnung auf schnelle Lockerungen im Januar gedämpft

„Harter Lockdown“ : Kanzleramtsminister Braun dämpft Hoffnung auf schnelle Lockerungen im Januar

Kanzleramtsminister Helge Braun hat nach der Entscheidung über den „harten Lockdown“ ab Mittwoch vor der Erwartung schneller Lockerungen ab Januar gewarnt. Zudem appellierte er, Weihnachten bei Möglichkeit mit Online-Gottesdiensten zu feiern.

Er habe zwar die „große Hoffnung“, dass die Infektionszahlen durch die neuen Maßnahmen sinken, sagte Braun am Montag den Sendern n-tv und RTL. „Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich“, fügte er aber an. Januar und Februar seien für Atemwegserkrankungen „schwierige Monate“.

Braun hat an die Religionsgemeinschaften appelliert, Weihnachten bei Möglichkeit mit Online-Gottesdiensten zu feiern. Angesichts der Corona-Pandemie müsse man „leider eben auch auf Möglichkeiten zur Kontaktreduzierung bei Gottesdiensten zurückgreifen“, sagte Braun im rbb Inforadio am Montag nach Angaben des Senders. Er verwies dazu auf Beratungen im Innenministerium mit Vertretern der Religionsgemeinschaften. „Man muss das gut vorbereiten und wirklich nur das tun, was verantwortbar ist“, betonte der CDU-Politiker. Allerdings sei die Religionsfreiheit ein sehr tiefgreifend geschütztes Grundrecht und Weihnachten im christlichen Sinne nicht irgendein Fest.

Für Eltern, die wegen der Kostenpflichtiger Inhalt Schließung von Kitas und Schulen ein Betreuungsproblem bekommen und nicht zur Arbeit können, gibt es Verdienstausfallentschädigung vom Staat. Man habe für sie im Infektionsschutzgesetz eine Lohnfortzahlung von 67 Prozent vorgesehen, wenn sie keine anderen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder finden. „Ich glaube, dass das erstmal eine Möglichkeit ist, die sofort hilft“, sagte Braun.

Die Regelung war im Frühjahr beschlossen und im Herbst ergänzt worden. Eltern, die auf der Arbeit ausfallen, weil das Gesundheitsamt ihren Nachwuchs unter Quarantäne gestellt hat oder weil Schule und Kitas behördlich geschlossen wurden, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat bekommen. Das gilt für Kinder im Alter bis 12 Jahren und für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind. Die Anträge für die Entschädigung stellt der Arbeitgeber bei der zuständigen Behörde vor Ort und gibt sie als Lohnfortzahlung an den Arbeitnehmer weiter.

Braun verwies auch auf die Möglichkeit für Eltern, Kinderkrankentage zu nehmen. Die Anzahl wurde für das laufende Jahr wegen der Corona-Krise erhöht. Pro Elternteil gibt es nun 15 statt 10 Tage pro Kind, Alleinerziehende haben 30 statt 20 Tage in diesem Jahr.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) rief die Bürger eindringlich zur Beschränkung ihrer sozialen Kontakte im privaten Bereich auf. Seiner Überzeugung nach kämen „sehr viele Infektionen“ aus dem unmittelbaren privaten Bereich, sagte er im ZDF-“Morgenmagazin“. Es sei dringend erforderlich, nun über „eine längere Zeit“ Kontakte im privaten Bereich reduzieren.

Der Lockdown werde so lange dauern, bis die Sieben-Tages-Inzidenz wieder auf einen Wert von 50 gefallen sei, ergänzte Hans. „Es hat also jeder selbst in der Hand.“ Je konsequenter sich die Menschen nun verhielten, „um so kürzer wird der Lockdown dauern“.

Auch der saarländische Regierungschef dämpfte dabei Hoffnungen auf schnelle umfassende Lockerungen danach. „Weitgehendes normales Verhalten“ wie im Sommer nach dem ersten Lockdown werde „schwierig“ bleiben, bis die Inzidenzen wieder niedrig seien und ein Impfstoff verfügbar sei.

(ahar/AFP)