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Corona hilft dem Onlinehandel - und dem „Laden um die Ecke“

Gewinner in der Krise : Corona hilft dem Onlinehandel - und dem „Laden um die Ecke“

Die Corona-Krise hat in Deutschland nicht nur dem Onlinehandel einen massiven Boom beschert - auch der „Laden um die Ecke“ erlebte eine Renaissance. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung PwC.

Die Pandemie und der damit verbundene Lockdown haben demnach das Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik spürbar verändert. Die Menschen kaufen unabhängig von ihrem Alter immer mehr online ein. Im Modebereich decke mittlerweile fast jeder zweite Verbraucher (46 Prozent) seinen Bedarf überwiegend im Internet, berichtete PwC. Bei Elektronik bevorzuge mehr als jeder Dritte (38 Prozent) das Onlineshopping gegenüber dem klassischen Einkauf im Laden. Besonders beliebt sei der Einkauf im Internet bei den Millennials, also der Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen.

Doch profitierte der Umfrage zufolge nicht nur der Onlinehandel von der Pandemie, sondern auch viele Händler in den Stadtvierteln abseits der Innenstädte. „Lokale Läden haben in der Pandemie an Relevanz gewonnen - und zwar auch im Bereich Onlineshopping. Konzepte wie Click & Collect oder eine direkte Lieferung vom lokalen Laden werden bei den Kundinnen und Kunden immer beliebter“, berichtete der PwC-Handelsexperte Christian Wulff.

Gerade Menschen im Homeoffice kauften gerne im Laden um die Ecke ein, betonte PwC. Rund 28 Prozent der Bevölkerung arbeiteten derzeit überwiegend von zuhause. Fast die Hälfte davon kaufe nach eigenen Angaben mehr in lokalen Geschäften ein. Aber auch bei den Befragten, die nicht überwiegend im Homeoffice arbeiten, shoppe in der Pandemie mehr als jeder Dritte häufiger im „Laden um die Ecke“.

Wichtiger geworden ist für die Menschen in der Pandemie der Umfrage zufolge außerdem das Thema Nachhaltigkeit. Mehr als die Hälfte der Befragen (56 Prozent) gab an, beim Einkauf auf Produkte mit umweltfreundlicher oder reduzierter Verpackung zu achten. Rund 47 Prozent bevorzugen nach eigenen Angaben beim Einkauf Unternehmen, „die sich für den Umweltschutz einsetzen“. Jeder vierte Befragte (26 Prozent) erklärte, er sei bereit, für ethische Praktiken und nachhaltige Produktion von Lebensmitteln, Mode und Konsumgütern einen höheren Preis zu zahlen.

„Nachhaltigkeit ist weit mehr als ein Modewort“, sagte Wulff. Konsumenten erwarteten mittlerweile eine strategische Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen und darüber hinaus in der Lieferkette. „Diesem Anspruch müssen Handel und Hersteller bereits heute gerecht werden“, sagte Wulff.

(mja/dpa)