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Corona: Deutschland will 30 Millionen Dosen Sputnik V erwerben

Russischer Impfstoff : Deutschland will 30 Millionen Dosen Sputnik V kaufen

Deutschland will nach Angaben des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) 30 Millionen Dosen des russischen Corona-Impfstoffs erwerben. Doch ein wichtiger Schritt fehlt noch.

Voraussetzung sei die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde, sagte Kretschmer am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko in Moskau. Es wäre ein großer Erfolg, wenn das im Mai gelinge. Dann könnten im Juni, Juli und August jeweils 10 Millionen Dosen dieses Impfstoffes gekauft werden. Kretschmer geht davon aus, dass der russische Impfstoff in Sachsen eine große Zustimmung genießen wird.

Deutschland will 30 Millionen Dosen Sputnik V erwerben

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch kritisiert, dass einige EU-Staaten wie etwa Ungarn Sputnik V bereits ohne EMA-Zulassung einsetzen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Verhandlungen über den Kauf angekündigt, nachdem Länder wie Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eigenständig mit dem russischen Hersteller verhandelt hatten. Bayern hat dabei sogar eine Absichtserklärung über die Lieferung von 2,5 Millionen Dosen für den Freistaat unterzeichnet und hofft auf eine Produktionslinie in Illertissen. In Deutschland ist der Bund für die Impfstoff-Beschaffung zuständig.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hat zudem während seiner Moskau-Reise mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. In dem Gespräch sei es unter anderem um die Bekämpfung der Corona-Pandemie gegangen, teilte der Kreml am Donnerstag mit. Putin habe die Bereitschaft der russischen Seite bekräftigt, mit deutschen Partnern bei Impfstofflieferungen und -herstellung zusammenzuarbeiten, hieß es.

Es seien auch der Ukraine-Konflikt und die Situation des im Straflager inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny zur Sprache gekommen. Die beiden Punkte zählen zu den zahlreichen politischen Konflikten, wegen derer die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland auf einem Tiefpunkt sind.

Kretschmer sagte in Moskau, er selbst wolle sich kommende Woche mit Astrazeneca impfen lassen – als Zeichen, dass dieser Impfstoff sicher sei. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns nur für Menschen ab 60 Jahren. Mit ärztlicher Absprache ist aber auch eine Impfung für Jüngere möglich.

(mba/dpa/Reuters)