Impstoffentwickler aus Sachsen Anhalt IDT Biologika peilt Corona-Impfstoff-Zulassung Ende 2021 an

Dessau-Roßlau · Die Firma IDT Biologika will bis Ende 2021 eine Zulassung ihres Impfstoffs gegen das Coronavirus beantragen. Ingesamt fünf Millionen Impfdosen will der Bund dem Impfstoffhersteller aus Sachsen-Anhalt abnehmen.

 Mitarbeiter des Pharmaunternehmens IDT Biologika arbeiten in der Produktion von Impfstoffen. (Archivfoto)

Mitarbeiter des Pharmaunternehmens IDT Biologika arbeiten in der Produktion von Impfstoffen. (Archivfoto)

Foto: dpa/Jan Woitas

Mit IDT Biologika kommt ein weiteres Pharma-Unternehmen aus Deutschland einem Corona-Impfstoff näher. 2021 solle ein beschleunigtes Zulassungsverfahren beantragt werden, sagte Firmenchef Jürgen Betzing am Montag in Dessau. Eine zweite Phase der klinischen Prüfung sei für Ende des Jahres und eine dritte Phase für Mitte 2021 vorgesehen. Wenn diese Tests erfolgreich verliefen, könne es den Zulassungsantrag Ende kommenden Jahres geben. Das Mainzer Biotech-Unternehmen BioNtech und sein US-Partner Pfizer sind derzeit am weitesten. Sie hatten bereits am Freitag eine Zulassung in den USA beantragt. Die Tübinger Biotechfirma CureVac will bis Jahresende die für eine Zulassung entscheidende Studie starten.

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte bei einem Besuch in Dessau, dass die Bundesregierung einen Vertrag über die Abnahme von fünf Millionen Impfdosen von IDT Biologika geschlossen habe und 30 Millionen Euro für den Aufbau von Produktionskapazitäten gebe. Das Unternehmen und seine wissenschaftlichen Partner erhielten zudem 113 Millionen Euro Forschungsförderung durch den Bund. Spahn zeigte sich auch überzeugt, dass Deutschland von BioNTech und Pfizer bis zu 100 Millionen Impfdosen beziehen werde. 30 Millionen Impfdosen habe man sich über eine nationale Vereinbarung gesichert.

Spahn hob hervor, dass in Biontech, Curevac und IDT insgesamt drei deutsche Unternehmen derzeit aussichtsreiche Impfstoffe entwickeln. Gerade angesichts der aktuellen Beschränkungen mit Verzicht und Härten sei es wichtig, eine Perspektive und begründete Zuversicht für Impfstoffe zu haben, die der Schlüssel aus der Pandemie heraus seien. Mit Blick auf das Infektionsgeschehen sagte Spahn, die zweite Welle sei zwar gebrochen, das Niveau sei aber weiter zu hoch. Das Virus zwinge dazu, auf einige Freiheiten eine Zeit lang zu verzichten, um Freiheit und Gesundheit insgesamt zu erhalten und zurückzugewinnen.

An dem Firmenbesuch nahm auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) teil. IDT hat sich für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung zusammengetan. Beteiligt sind auch die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Philipps-Universität Marburg und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Anfang Oktober hatte das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut genehmigt, dass der Impfstoff an Menschen getestet werden darf.

(sed/Reuters/dpa)
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