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Blutspenden in NRW: Corona sorgt für Zurückhaltung - Land ruft zur Spende auf

Blutkonserven werden knapp : NRW ruft Bevölkerung zur Blutspende auf

Die Corona-Krise sorgt offenbar dafür, dass es in Nordrhein-Westfalen weniger Blutspenden gibt. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat deshalb am Donnerstag zur Spende aufgerufen. Das Land könne es sich nicht leisten, darauf zu verzichten.

Die NRW-Landesregierung ruft die Bevölkerung dazu auf, auch in Zeiten der Corona-Pandemie Blut zu spenden. „Insgesamt spenden weniger als fünf Prozent der deutschen Bevölkerung regelmäßig Blut“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf. „Aktuell kommt wegen der Corona-Pandemie erschwerend hinzu, dass eine Reihe von möglichen Blutspendern offenbar zurückhaltender geworden ist, Blut oder auch Blutplasma zu spenden.“ Alleine in Nordrhein-Westfalen würden jeden Tag rund 3.000 Blutspenden benötigt, um eine ausreichende Versorgung der Patienten abzusichern. Dazu müssten etwa sechs Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut spenden. „Blut- und Blutplasmaspenden retten Leben. Wir können darauf nicht verzichten“, betonte der Minister.

Ein weiteres Problem: Aufgrund der gestiegenen Hygiene- und Infektionsschutzanforderungen stehen nach Angaben von Laumann nicht mehr alle Räumlichkeiten für Blutspenden zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund werbe er mit Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) in einem Schreiben an alle NRW-Kommunen dafür, den Blutspendeeinrichtungen auch weiterhin geeignete öffentliche Räumlichkeiten für Termine zur Verfügung zu stellen. Die Landesregierung unterstützt überdies die Öffentlichkeitskampagne des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) „Gemeinsam Leben retten - NRW spendet Blut. Mach mit!“.

Laut dem Ärztlichen Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes West, Thomas Zeiler, sind wegen der Einschränkungen durch die Corona-Schutzverordnung derzeit über 15 Prozent der Blutspendetermine nicht möglich. In der aktuellen Kampagne gehe es darum, die Blutspende „langfristig im gesellschaftlichen Bewusstsein“ zu verankern und zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Die Blutspende sei ein „soziales Engagement“.

Zudem müssten verstärkt junge Menschen zu den Blutspenden animiert werden, da aufgrund der Überalterung der Bevölkerung viele Spender in Zukunft wegfallen, betonte Zeiler. Derzeit ist eine Blutspende nur für erwachsene Personen im Alter von bis zu 68 Jahren möglich. Zudem dürfen Männer mit homosexuellen Kontakten kein Blut spenden. Minister Laumann sprach sich dafür aus, diese Einschränkung aufzuheben.

(th/epd)