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Berlin: Deutlich weniger Menschen als angemeldet kommen zu Hildmann-Demo

Corona-Demo in Berlin : Nur rund 150 Menschen wollen Hildmanns Parolen hören

In Berlin und München haben nach weiteren Lockerungen der Corona-Auflagen Proteste gegen die Maßnahmen eher geringen Zulauf gefunden. Die Teilnehmerzahlen bis Samstagnachmittag bewegten sich deutlich unter den angekündigten.

Das sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Die Lage sei weitestgehend ruhig geblieben, zu vielen Demos seien um die 50 Menschen gekommen. Es sei eine „bunte Mischung“ aus Demos gegen die Maßnahmen zur Corona-Eindämmung und Gegenprotesten, im Einsatz seien rund 550 Polizisten. Zu einer Kundgebung des Vegan-Kochs Attila Hildmann nahe dem Bundeskanzleramt kamen laut Cablitz in der Spitze 150 Teilnehmer. Weitere Versammlungen, etwa im Mauerpark, waren am Nachmittag noch im Gange.

Hildmann (39) war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungserzählungen aufgefallen und hatte mehrfach zu Versammlungen aufgerufen. Er setzte nun seinen Protest gegen die Politik der Bundesregierung mit einem Autokorso fort, den er mit seinem auffälligen Porsche anführte und dem laut Polizei etwa 50 weitere Wagen folgten. Angemeldet waren bis 150 Autos. Hildmann posierte mit Deutschlandfahne. Eine Frau hielt ein Plakat, auf dem zu lesen war: „Es geht euch nur um Macht + Geld“ und daneben „Chip nein“, „5G nein“, „Immunitätspass nein“, „DDR nein“, „Meinungsfreiheit ja“ und „Bargeld ja“. Ein anderer Teilnehmer trug einen Pullover mit der Aufschrift „Deutsches Reich“. Andere forderten mit Plakaten wiederum einen Corona-Untersuchungsausschuss.

In Frankfurt am Main demonstrierten bei mehreren Veranstaltungen insgesamt rund 550 Menschen. Nach einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten schritt die Polizei ein. Insgesamt wurden vier Menschen festgenommen, zwei wegen eines Angriffs auf Polizisten, einer wegen Hausfriedensbruchs und der Vierte wegen Störung einer Versammlung, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Zudem wurden fünf Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen Abstands- und Mundschutzregeln eingeleitet. „Überwiegend waren die Demonstrationen aber friedlich“, sagte der Sprecher.

In Bayern fand eine der größten Versammlungen in München statt. Auf der Theresienwiese demonstrierten am Nachmittag unter dem Motto „Zusammenstehen für Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung“ rund 700 Menschen. Laut einer Polizeisprecherin war das Versammlungsgeschehen ruhig, auch die Abstandsgebote wurden eingehalten. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts durften an der Veranstaltung höchstens 1000 Menschen teilnehmen.

In Nürnberg waren gleich vier Protestveranstaltungen gegen die Corona-Beschränkungen angemeldet worden. Unmittelbar vor Beginn sprach ein Polizeisprecher von einem „ganz schwachen Zulauf“.

In Thüringen kamen laut einem Polizeisprecher bis zum Nachmittag landesweit rund 450 Menschen zu Kundgebungen gegen die bestehenden Einschränkungen. Angemeldet waren etwa 1400 Demonstranten unter anderem in Erfurt, Jena, Weimar und Nordhausen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) war dort von den Vereinbarungen von Bund und Ländern abgewichen und hatte einen sehr weitgehenden Lockerungskurs eingeschlagen. Mitte Juni will das Land das verhängte Kontaktverbot aufweichen und in eine Empfehlung umwandeln, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage sagte.

Bei größeren Demonstrationen in vielen Orten Deutschlands hatten sich in den vergangenen Wochen bis zu 10 000 Menschen beteiligt. Teilweise waren die Aufzüge auf deutlich weniger Teilnehmer begrenzt gewesen, aber es hatten sich am Rande der genehmigten Veranstaltungen viele weitere Menschen versammelt. Örtlich war es auch zu kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hildmann demonstriert in Porsche gegen Corona-Maßnahmen

(felt/dpa)