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Behandlung von Covid-Patienten: Diese Kosten verursachen Impf-Verweigerer.

Behandlung von Covid-Patienten : Diese Kosten verursachen Impf-Verweigerer

Wegen der vergleichsweise niedrigen Impfquote in Deutschland könnten das Gesundheitssystem im Winter mit hohen Kosten belastet werden. Das hat ein Forschungsinstitut errechnet.

Deutschlands im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern relativ niedrige Corona-Impfquote könnte laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut IfW für das Gesundheitssystem teuer werden. Im Winter drohen dadurch Ausgaben für die stationäre Behandlung von rund 180 Millionen Euro pro Woche, wie aus Berechnungen der Kieler Forscher hervorgeht. Die hohen Ausgaben wären vermeidbar, wenn die Impfquote höher läge, so ihr Fazit: "Wir stehen vor dem ersten Winter, in dem das Infektionsgeschehen von der viel ansteckenderen Delta-Variante getrieben wird. Sollte sich die Impfquote in Deutschland nicht rasch noch weiter steigern lassen, muss mit einer starken Belastung deutscher Krankenhäuser durch Covid-19 gerechnet werden", so IfW-Forscherin Lena Merkel.

Dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, zufolge wurden bis Ende September bis zu 84 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft und bis zu 80 Prozent vollständig.

Seit August liegt der Anteil ungeimpfter Personen in stationären Corona-Behandlungen laut der IfW-Studie bei durchschnittlich fast 85 Prozent. Bei Behandlungsausgaben, die laut der Krankenkasse AOK durchschnittlich bei 10.200 Euro liegen, ergäben sich so für die Monate August und September Ausgaben von mehr als 160 Millionen Euro für die stationäre Behandlung von an Corona erkrankten, aber ungeimpften Erwachsenen. Bezieht man die zu erwartenden Nachmeldungen durch das RKI mit ein, steige die Summe auf rund 180 Millionen Euro.

Auch rechnen die Autoren der Studie mit einer Steigerung der durchschnittlichen Behandlungskosten, da die Intensivbetten zunehmend mit Jüngeren belegt werden. Deren Überlebenschancen stehen besser als die von älteren Patienten, was die Behandlungszeit verlängert. Daher dürften laut der Studie künftig öfter als bislang Behandlungsausgaben in der Spitzenkategorie von mehr als 77.700 Euro erreicht werden. Derzeit ist dies der AOK zufolge nur bei zehn Prozent der Intensivbehandlungen der Fall.

(Reuters/jbu)