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Ballermann auf Mallorca geschlossen: Heiko Maas droht mit neuen Corona-Auflagen

Ballermann-Schließung : Heiko Maas droht leichtsinnigen Urlaubern mit neuen Corona-Beschränkungen

Der Bundesaußenminister nennt die Mallorca-Partys "gefährlich und rücksichtslos". Urlauber sollten die Grenzöffnungen in Europa nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen. In Irland bleiben Kneipen nun bis 10. August geschlossen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat mit neuen Corona-Beschränkungen gedroht, sollten sich Urlauber wie zuletzt auf Mallorca wenig verantwortungsvoll verhalten. "Uns ist es gerade erst gelungen, in Europa die Grenzen wieder zu öffnen. Das dürfen wir jetzt nicht durch leichtsinniges Verhalten aufs Spiel setzen", sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sonst werden neue Beschränkungen unvermeidbar sein."

Die Party-Szenen auf Mallorca kritisierte Maas mit deutlichen Worten: "So ein Verhalten ist nicht nur gefährlich, sondern auch rücksichtslos gegenüber allen, die auch in Sicherheit ihren Urlaub verbringen möchten", sagte der Minister. Viele Urlaubsregionen hätten "monatelang hart daran gearbeitet, dass Touristen jetzt wieder einreisen können". Die Regelungen dienten dem Schutz aller.

Nach wilden Partys in der berühmt-berüchtigten „Bier-“ und „Schinkenstraße“ war die Feiermeile in Mallorca am Vortag für die nächsten beiden Monate trockengelegt worden. Auch die Sündenmeile Punta Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich von Palma war von den Zwangsschließungen betroffen.

Maas dämpfte zugleich Erwartungen an eine rasche Aufhebung weiterer Reisewarnungen. "In vielen Ländern läuft gerade eine zweite Welle an - schon deshalb können wir uns mit der Reisewarnung keine Experimente erlauben", sagte er. Entscheidend sei "allein die Sicherheit der Reisenden".

Innerhalb der EU würden eine gemeinsame Datenbasis und abgestimmte Verfahren helfen. "Außerhalb Europas ist die Lage viel schwerer zu beurteilen", sagte Maas. "Trotzdem schauen wir uns die Daten ständig neu an, gerade auch die aus der Türkei."

In Irland breitet sich das Virus unterdessen nach Einschätzung der Regierung wieder zu schnell aus. Die Pubs auf der Insel bleiben daher länger geschlossen als geplant. Die Schließung der Kneipen werde vorerst bis zum 10. August verlängert, teilte Premierminister Micheal Martin am Abend in Dublin mit. Das gleiche gelte für Bars, Hotelbars, Nachtclubs und Casinos.

Eigentlich hätten diese Lokale am kommenden Montag wieder öffnen sollen. Die Priorität der Regierung sei aber, die Reproduktionszahl für die Ausbreitung des Virus wieder unter den Wert von 1 zu bekommen, begründete der Premier die Entscheidung. Pubs, die auch Essen servieren, sind in Irland seit dem 29. Juni wieder geöffnet.

(juju/AFP/dpa)