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Auto-Kaufprämie: Umweltverbände fordern Absage an Automobilindustrie

Autogipfel von Industrie und Bundesregierung : Umweltverbände fordern Nein zu Auto-Kaufprämie

Die Autoindustrie hat mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Jüngst brachte sie eine Auto-Kaufprämie ins Gespräch. Umweltverbände sprechen sich klar dagegen aus, das Geld solle lieber in öffentliche Verkehrsmittel und den Fahrradverkehr investiert werden.

Umweltverbände drängen vor dem Autogipfel von Industrie und Bundesregierung am Dienstag auf einen Verzicht auf die von den Autokonzernen geforderte Kaufprämie für neue Pkw. „Den Konzernen dürfen nach Jahren der falschen Flottenpolitik nicht einfach so Steuermittel hinterhergeworfen werden, damit diese Autos verbilligt auf die Straße bringen“, erklärte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt am Montag in Berlin. Stattdessen verlangte er Fördermittel für öffentliche Verkehrsmittel und den Fahrradverkehr.

„Angesichts von 29,8 Milliarden Euro Gewinn in 2019 sowie Dividendenzahlungen in Höhe von 8,2 Milliarden Euro dürfen BMW, Daimler und VW keine weiteren Steuermilliarden erhalten“, forderte auch der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch. Kaufprämien „sind eine ungerechte Bevorzugung der Automobilbranche und verschärfen die Klimakrise durch zusätzliche Förderung des motorisierten Individualverkehrs“, warnte Resch weiter. Dies gelte auch, wenn eine solche Prämie ökologische Elemente enthalten sollte.

Einen Neustart nach der Corona-Krise „kann es nur mit Investitionen in zukunftsfähige Produkte und Konzepte geben“, sagte die Vorsitzende des ökologisch ausgerichteten Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Kerstin Haarmann, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie verlangte statt Kaufprämien „ein Startgeld für grüne Mobilität“, das etwa als Beitrag für eine Bahncard, ein ÖPNV-Abo, ein E-Bike oder auch zum Kauf eines Elektroautos genutzt werden könne.

Auch bei den Grünen und in Teilen der SPD stoßen die Forderungen nach einer Kaufprämie für neue Pkw auf Kritik.

(AFP)