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Astronauten kehren mitten in Corona-Krise von ISS zu Erde zurück

Rückkehr mitten in Corona-Krise : Astronauten-Trio von ISS sicher auf der Erde gelandet

Nach mehr als 200 Tagen im All sind Besatzungsmitglieder der Internationalen Raumstation ISS sicher auf die Erde zurückgekehrt.

Die amerikanischen Astronauten Andrew Morgan und Jessica Meir sowie der russische Kosmonaut Oleg Skripotschka landeten am Freitagvormittag (Ortszeit) in Kasachstan. Es war der 50. Jahrestag der Landung der Unglücksmission Apollo 13.

Allen drei Besatzungsmitgliedern gehe es gut, sagte Dmitri Rogosin, der Direktor der russischen Weltraumorganisation Roskosmos.

Nach ersten Gesundheitschecks vor Ort und einem Transport per Helikopter zum Weltraumbahnhof Baikonur wurden die drei getrennt. Skripotschka sollte nach Star City bei Moskau gebracht werden. Morgan und Meir steht eine längere Reise bevor: mit dem Auto sollte es zunächst ins 300 Kilometer entfernte Kysylorda gehen, von wo aus sie ein Flugzeug der Nasa nach Houston bringen sollte.

Kasachstans Einschränkungen des internationalen Flugverkehrs hätten die lange Fahrt nötig gemacht, sagte Wjatscheslaw Rogoschnikow, der für die Rückkehr der Besatzungsmitglieder verantwortlich war. „Eine 300-Kilometer-Fahrt nach der Landung ist eine ziemliche Belastung für die Astronauten,“ sagte er und fügte hinzu, dass Russland Ärzte einsetzen werde, um den Astronauten während der Fahrt zu helfen, falls dies nötig sein sollte.

Medizinisches Personal und andere Mitarbeiter, die den nun gelandeten Raumfahrern aus der Sojus-Kapsel halfen, standen laut russischen Angaben fast vier Wochen unter strenger Beobachtung. Auch auf das Coronavirus seien sie getestet worden. Morgan, Meir und Skripotschka lächelten, als sie mit Medizinern mit Mundschutz sprachen.

Auch auf der ISS waren die drei Raumfahrer nicht um Nachrichten über die Pandemie herumgekommen. Es sei aber schwierig, die Situation wirklich zu verstehen, sagte Morgan vor der Rückkehr. Er verbrachte 272 Tage im All. Auch Meir mit 205 Tagen im Weltraum beschrieb das Geschehen auf dem Planeten als „unwirklich“. Vor dem Abflug sagte sie: „Wir können euch sagen, dass die Erde von hier oben genauso atemberaubend wie immer aussieht. Es ist also schwierig, an all die Veränderungen zu glauben, die passiert sind, seit wir beide hier oben sind.“

Am Donnerstag hatte die russische Regierung von einer ersten Ansteckung mit dem Coronavirus in Star City berichtet, dem wichtigsten Trainingszentrum für ISS-Besatzungsmitglieder. Am Freitag meldete die russische Raumfahrtbehörde 42 Infektionsfälle in den eigenen Reihen. Sie berichtete über die ersten Todesfälle dort. Sie meldete zwei Tote, die positiv auf das Virus getestet worden seien, und eine weitere Person, die vermutlich damit infiziert war.

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Skripotschka, der für eine dreiwöchige Beobachtungszeit nach Star City zurückkehrt, soll von medizinischem Personal in Schutzanzügen beobachtet werden.

Ersatz für die nun zurückgekehrten Besatzungsmitglieder im All traf bereits vor Ostern auf der ISS ein. Der Nasa-Astronaut Chris Cassidy und die Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner waren zuvor wochenlang in Quarantäne, um ein Verschleppen des Coronavirus auf die ISS auszuschließen.

(anst/dpa)